Töff, GP Tschechien: Tom Lüthi Der Rost ist weg

  • Publiziert: 13.08.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Marcel Hauck aus Brünn
play Tom Lüthi sucht in Brünn noch die Ideallinie. (Reuters)

BRÜNN - Tom Lüthi und Brünn - das ist eigentlich eine Liebesbeziehung, die passt. Im freien Training reichts trotzdem nur für Platz 15. Das ist aber kein Grund zur Sorge.

Eigentlich gefällts Tom Lüthi in Tschechien ausgezeichnet. Auch wenn sein Team mittlerweile in Deutschland stationiert ist und Brünn deshalb nur noch ein halber Heim-GP – Manager Daniel Epp ist in Tschechien domiziliert – ist. «Die Strecke ist flüssig, bietet viele gute Überholmöglichkeiten und gefällt mir sehr gut», schwärmt der 23-jährige Emmentaler.

Im ersten Training vom Freitag kommt er trotzdem nicht auf Touren. Die Abstimmung an seiner Honda stimmt wie schon beim letzten Rennen auf dem Sachsenring nicht. Bis zum Qualifying müssen diese Probleme gelöst sein, sonst wird Lüthi in der WM kaum Boden gut machen können.

Da sieht es nach vier durchzogenen Saisons trotz dem Deutschland-Nuller noch immer rosig aus. Tom liegt hinter Toni Elias auf Platz 2 der WM-Wertung – wenn auch mit bereits 42 Punkten Rückstand. Brünn wäre ein idealer Ort, um näher an den Spanier heranzukommen. Hier hat Lüthi schon gewonnen (2005 im Weltmeister-Jahr bei den 125ern). Ausserdem musste Elias gestern wegen eines groben Fouls – er hatte unerlaubterweise in Misano getestet – zuschauen.

Lüthi zeigt sich trotz Platz 15 sehr zuversichtlich. «Zu Beginn war ich ziemlich eingerostet.» Der Berner hat einen Monat Sommerpause hinter sich. Dafür ist er wieder topfit, das operierte Schlüsselbein völlig in Ordnung. «Das Hauptproblem liegt in den Kurven», erklärt er. Auf dem hügeligen Kurs hat das relativ schwere Motorrad bergauf zu wenig Speed. «Wichtig ist deshalb, mit Schwung durch die Kurven zu kommen», sagt Lüthi. Und das kann er eigentlich sehr gut.

Er ist jedenfalls überzeugt, dass man im Qualifying am Samstag die acht Zehntelsekunden auf die Besten aufholen kann. «Deshalb bin ich ziemlich relaxt und positiv eingestellt.» Der Rost ist weg, Lüthi und sein Team wissen genau, woran sie noch arbeiten müssen.

Vielleicht macht aber in Qualifikation und Rennen am Sonntag der vorausgesagte Regen allen einen Strich durch die Rechnung und mischt die Karten völlig neu.

Brünn. Grand Prix von Tschechien. Freies Training.

125 ccm: 1. Nicolas Terol (Sp), Aprilia, 2:08,010 (151,947 km/h). 2. Bradley Smith (Gb), Aprilia, 0,507 Sekunden zurück. 3. Marc Marquez (Sp), Derbi, 0,788. 4. Pol Espargaro (Sp), Derbi, 0,812. 5. Esteve Rabat (Sp), Aprilia, 1,444. 6. Danny Webb (Gb), Aprilia, 1,815. 7. Randy Krummenacher (Sz), Aprilia, 1,848. – 31 Fahrer im Training.

Moto2: 1. Fonsi Nieto (Sp) 2:08,875 (155,762 km/h). 2. Karel Abraham (Tsch) 0,002. 3. Shoya Tomizawa (Jap) 0,032. 4. Gabor Talmacsi (Un) 0,135. 5. Julian Simon (Sp) 0,157. 6. Yuki Takahashi (Jap) 0,164. Ferner: 15. Thomas Lüthi (Sz) 0,866. 22. Dominique Aegerter (Sz) 1,456. – Nicht im Training: Toni Elias (Sp), wegen unerlaubter Testfahrten am 8. August gesperrt. – 39 Fahrer im Training.

MotoGP: 1. Jorge Lorenzo (Sp), Yamaha, 1:57,215 (165,941 km/h). 2. Dani Pedros (Sp), Honda, 0,541. 3. Valentino Rossi (It), Yamaha, 0,606. 4. Andrea Dovizioso (It), Honda, 0,658. 5. Nicky Hayden (USA), Ducati, 1,071. 6. Colin Edwards (USA), Yamaha, 1,282. – 17 Fahrer im Training.

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