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Benjamin Weger (22) ist von Zürich nach Oslo geflogen. Die Kleinkaliber-Waffe verpackt im Gewehrkoffer aus Hartplastik. Ordnungsgemäss verzollt. Den europäischen Feuerwaffenpass auf Mann. Stunden später liegt die Waffe am Flughafen Oslo-Gardermoen am Zoll. Auch die Munitionstasche mit 750 Schuss.
«Die Norweger gehen mit Sportlern locker um», erzählt der Obergommer. «Die Zöllner wissen, am Holmenkollen findet ein Biathlon-Weltcup statt. Die Abfertigung ist problemlos.»
Frisch motiviert startet er zu den drei Rennen in Oslo. Eine freie Woche genoss er daheim in Geschinen. Drei Tage Erholung, dann volles Training. «Die Kantonsstrasse im Goms war nicht gesperrt, ich konnte in Realp komplexe Trainings machen.»
Zum Schiesstraining mit Belastung fuhr er mit dem Auto nach Oberwald. Stieg mit Gewehr und Ski in den Zug durch den Furkatunnel. «In Realp muss ich vom Bahnhof ein paar Meter laufen, dann kann ich die Ski anschnallen und das Gewehr schultern.» So frei wie in der Schweiz kann man fast nirgends mit Gewehr rumlaufen.
«In Deutschland sind sie saustreng», sagt Weger. Über Neujahr hätten sie ihn am Flughafen Düsseldorf beinahe verhaftet. Zusammen mit Selina Gasparin war er zu «Biathlon auf Schalke» geladen. Am Zoll zeigte er seinen europäischen Feuerwaffenpass – ein A3-Dokument. «Da stehen meine Personalien mit Passfoto drin, das Ausstellungsdatum der Kantonspolizei in Sitten, die Nummer meiner Kleinkaliber-Waffe.»
Gewehr unterm Hotelbett
Bloss das Ablaufdatum fehlte, ein Fehler der Walliser Behörden. «Der Zöllner in Düsseldorf machte mich darauf aufmerksam», so Weger. Fünf Jahre beträgt die Laufzeit des Europäischen Feuerwaffenpasses. «In Selinas Pass stand das Ablaufdatum drin, das machte ihn stutzig.» Nach langem Hin und Her durfte Weger das Gewehr schultern.
Nächster Einsatz in Deutschland ist die WM in Ruhpolding (29.2. bis 11.3.). Weger reist mit dem Auto. Die Waffe müsste laut Gesetz in einem stählernen Waffenschrank aufbewahrt werden. Bei Benjamin Weger ruht sie unter dem Hotelbett.