Doping bei Medikamenten-Junkie Mancini? Schweizer Sprinter positiv getestet

Dem Schweizer Sprinter Pascal Mancini droht wieder Ärger. Der Freiburger wurde von Anti Doping Schweiz in zwei Trainingskontrollen Ende letzten Jahres positiv auf das anabole Steroid Nandrolon getestet.

  • Publiziert: 25.01.2012, Aktualisiert: 21.57 Uhr

Laut dem Verband Swiss Athletics sind die positiven Proben vom 22. November und 8. Dezember die Folge eines Arztfehlers. Bei der Behandlung von Gelenkschmerzen soll dem 22-jährigen Mancini am 30. September in der Praxis seines Vertrauensarztes Dr. Gontran Blanc irrtümlicherweise Nandrolon anstatt Kortison injiziert worden sein. Blanc soll seinen Fehler umgehend Anti Doping Schweiz gemeldet haben. Der Verband und Mancinis Trainer Laurent Meuwly wurden allerdings nicht informiert.

Aufgrund der positiven Proben leitete Anti Doping Schweiz am 16. Januar gegen Mancini ein Verfahren ein. Aus Sicht der Anti-Doping-Behörde liegt es nun am Athleten selber nachzuweisen, wie die fragliche Substanz in seinen Körper gelangt ist und dass ihn daran kein Verschulden trifft. Einen erstinstanzlichen Entscheid zu möglichen Sanktionen wird die Disziplinarkommission von Swiss Olympic fällen.

Bis auf Weiteres wird Mancini, der erst vor wenigen Tagen von einem dreiwöchigen Trainingslager in Südafrika zurückgekehrt ist, an keinen Wettkämpfen teilnehmen. In Absprache mit Swiss Athletics verzichtet er auf die Hallensaison, die mit den Hallen-Weltmeisterschaften in Istanbul ihren Höhepunkt findet. Gegen Dr. Blanc reichte Mancini wegen Fahrlässigkeit eine Klage ein.

Mancini steht damit zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate Ärger ins Haus. Im September hatte der Medikamenten-Junkie (siehe Box unten) den Gebrauch des Medikaments Ritalin nicht vorschriftsgemäss gemeldet, worauf ihm und seinen Staffelkollegen der bei Weltklasse Zürich gelaufene Schweizer Rekord über 4x100 m vom internationalen Verband (IAAF) nicht anerkannt worden war. Für seinen administrativen Fehler erhielt Mancini von der IAAF eine Verwarnung. (Si)

Zapplig dank Kreatin – gezügelt mit Ritalin

Weshalb überhaupt braucht ein Sprinter wie Pascal Mancini Ritalin? Und warum den Muskelturbo Kreatin? Substanzen, die zur Doping-Grauzone zählen. Sind sie die Ursachen für seine häufigen Muskel-Probleme und für die Schwierigkeiten, während den Sprints die muskelbepackten Beine oft nicht mehr kontrolliert aneinander vorbei zu bringen?

Es ist ein Widerspruch, mit Kreatin den Muskeltonus so zu erhöhen, dass der Sprinter vor Zappligkeit schier explodiert, gleichzeitig aber die Hyperaktivität mit Ritalin zu bändigen, damit es überhaupt möglich wird, sich zu konzentrieren.

Zu BLICK sagte Mancinis Trainer Meuwly kurz vor Weihnachten: «Die Schweizer Ritalin-Bewilligung hat Pascal nach intensiver Prüfung eines Neurologen im Januar erhalten, weil er sich bei der Maturavorbereitung nicht konzentrieren konnte. Kreatin braucht er in Absprache mit einem Ernährungsberater nur in bestimmten Trainingsphasen. Weshalb hat die IAAF nach der U23-EM die Schweizer Sonder-Bewilligung akzeptiert, nach Zürich aber nicht? Unser Verband muss etwas tun, um solche Administrativfehler künftig verhindern zu helfen.» (C.S.)

Arjassowa überführt!

Die russische Langstrecken-Läuferin Tatjana Arjassowa ist wegen Dopings für zwei Jahre bis Ende April 2013 gesperrt worden.

Der 32-Jährigen wurde im vergangenen Februar am Tokio-Marathon, bei dem sie im Frauen-Rennen die Ziellinie als Erste überquert hatte, die verbotene Substanz HES nachgewiesen.

An den Olympischen Sommerspielen von Peking hatte sie über 10000 Meter den 19. Rang belegt.

Den Sieg beim Tokio-Marathon erbt die Japanerin Noriko Higuchi. (Si)

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