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Es war die bisher grösste Sensation an der Leichtathletik-WM in Berlin: Jelena Isinbajewa, die grosse Dominatorin der Stabhochsprung-Szene, fährt ohne Medaille wieder nach Hause.
Für den dreimaligen Weltmeister (1987/1991/1993) im Kugelstossen, Werner Günthör, auch überraschend: «Jelena konnte nur verlieren! Sie war die bisherige Chefin im Stabhochsprung und hat alles schon erreicht. Sie hat zu hoch gepokert.»
Günthör kennt schlimme Niederlagen
Günthör weiss aus eigener Erfahrung, wie man mit grossen Niederlagen umgehen muss: Bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona verfährt sich der Bus-Chauffeur und liefert den Kugelstosser erst zwanzig Minuten vor seinem ersten Wurf im Stadion ab. Die Konzentration ist dahin, Topfavorit Kugel-Werni geht leer aus.
Günthör spendet Trost: «Jelena muss sich nichts mehr beweisen. Sie weiss was sie kann und hat das auch mehrere Male schon bewiesen. Diesen Rückschlag wird sie verkraften können.»
Wäre Günthör nicht als Kugelstosser sondern als Stabhochspringer aktiv gewesen, hätte er gleich gepokert wie die Russin. Günthör: «Sie musste ja die Latte auf 4,80 Meter legen, um sich die Chance auf die Goldmedaille zu wahren. Das hätte ich genau gleich gemacht.» (gwy)