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Schleudertrauma und Schwindelanfälle In der letzten Kurve: Russe rammte Christina Surer

  • Aktualisiert am 20.01.2012
  • von flavia schlittler

HOCKENHEIM (D) – Christina Surer (33) hat keine Chance. Von links kommt plötzlich der Russe und schiesst sie ab. Seither steht sie unter Schock.

Saisonauftakt in der Seat Leon Supercopa. Eine Rennmeisterschaft mit 16 Rennen auf verschiedenen Strecken, verteilt übers Jahr.

Bei sommerlichen Temperaturen steigt Christina Surer am Sonntag um 15.30 Uhr in ihren gelben Seat Leon mit der Startnummer 1.

Sechs Runden geht auf der 4,574 Kilometer langen Strecke mit Tempi bis 310 km/h alles gut. «Ich fahre die letzte Kurve vor dem Ziel (siehe Grafik). Da gibt man bereits wieder Vollgas. Plötzlich sehe ich, dass von links ein Wagen auf mich zukommt. Dann wird alles nur noch schwarz», erzählt Christina Surer mit benommener Stimme.

Der Russe Timur Sadredinow (17) schiesst sie ab. Nachdem er in seinem blauen Seat Leon auf der Rennstrecke die Kontrolle verloren hat, will er quer über die Rennstrecke zum Boxenstopp abbiegen.

Ein fataler Fehler, der Christina Surer jetzt ans Bett fesselt. «Ich war gut im Rennen, war daran aufzuholen. Erst am TV habe ich gesehen, dass mein Auto etwa einen halben Meter durch die Luft flog.»

Durch den heftigen Aufprall gegen ihren Rennwagen wird Christina fast aus den Sicherheitsgurten gerissen. Ihr Hals überdehnt, die Gurten drücken auf ihren Brustkorb. Sie ist kurz bewusstlos.

«Als ich wieder zu mir kam, bekam ich keine Luft. Ich begann zu hyperventilieren.» Ein Streckenposten hilft ihr aus dem Wagen. Allein schafft es Christina Surer nicht. Sie wird sofort zum Krankenwagen gebracht. «Ich habe noch realisiert, dass die Zuschauer applaudiert haben, als sie mich austeigen sahen.»

Unter Schock merkt sie auch nicht, wie schlecht es ihr wirklich geht. «Ich hatte Glück im Unglück, bin ganz o.k.», sagt sie noch am Sonntag nach ersten Untersuchungen im Krankenwagen in einem TV-Interview.

Der Zusammenbruch kommt erst am Tag drauf. Die Diagnose: Schädel-Hirn-Trauma mit Schleudertrauma. Sie hat starke Schmerzen und braucht absolute Ruhe. «Ich habe die letzten zwei Nächte nicht schlafen können. Habe Gleichgewichtsprobleme. Alles tut mir weh. Ich kann ganz schlecht schlucken und mir ist schwindlig.»

Ihr Verlobter Tobias Fischer (46) kümmert sich in Stuttgart liebevoll um sie. «So kenne ich meine Christina nicht. Sie ist sonst immer so aufgestellt. Jetzt steht sie völlig neben sich, ist mitten in der Schockverarbeitung.»

Auch ihre Ärzte machen sich ernsthafte Sorgen. Christina muss noch weitere neurologische Untersuchungen über sich ergehen lassen.

Christina Surer hofft, dass sie bald wieder Rennen fahren kann. Angst hat sie nicht, sich wieder in ihren schnellen Seat Leon zu setzen.

«Ich bin im Moment zwar übervorsichtig und unsicher. Aber das wird vergehen. Ich hatte trotzdem grosses Glück im Unglück.»

Christina Surer

Sie kommt am 26. März 1974 in Basel zur Welt. 1997 heiratet die Arztgehilfin den Formel-1-Piloten Marc Surer (heute 54). Scheidung im Jahr 2000. Im gleichen Jahr lernt sie Verleger Jürg Marquard (heute 61) kennen. Ihre Beziehung hält fast 4 Jahre. In der September-Ausgabe 2005 des «Playboy» schafft sie es aufs Titelbild. Kurz darauf lernt sie ihren jetzigen Verlobten kennen – Bauunternehmer Tobias Fischer (46).

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