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«Ich erwarte etwas von mir»

  • Aktualisiert am 03.01.2012

Der WM-Dritte Stéphane Lambiel will in Göteborg seine dritte WM-Goldmedaille gewinnen. Seine Zuversicht ist gross.

Früher hatte Lambiel selten konkrete Angaben gemacht, wenn er auf seine Ziele angesprochen worden war, sondern davon geredet, seine bestmögliche Leistung abrufen zu wollen. Seit dieser Saison ist dies anders. Der bald 23-jährige Unterwalliser strebt explizit den dritten WM-Titel nach 2005 und 2006 an.

Mit seinen Kontrahenten hält er es allerdings immer noch gleich: Sie interessieren ihn nicht wirklich. Er schaut nur auf sich. «Ich erwarte nichts von meinen Gegnern, ich erwarte etwas von mir.» Dass es hart wird, dessen ist sich der Olympia-Zweite mit Blick auf das Kurzprogramm (Freitag) und die Kür (Samstag) bewusst. Fünf Läufer könnten die Goldmedaille gewinnen.

Lambiels grösster Herausforderer dürfte der WM-Zweite Daisuke Takahashi sein. Der Japaner zeigte an der Vier-Kontinente-Meisterschaft eine beeindruckende Kür mit je zwei Dreifach-Axeln und Vierfach-Toeloops und übertraf mit 264,41 Punkten den bisherigen Rekord von Jewgeni Pluschenko um 6,08 Zähler!

Nicht ausser Acht gelassen werden darf Titelverteidiger Brian Joubert, obwohl der Franzose in dieser Saison mit gesundheitlichen Problemen (Rücken, Virus, Herzrhythmus-Störungen, Bluthochdruck) kämpft(e). Europameister Tomas Verner (Tsch) ist ebenfalls ein Kandidat für die vorderen Plätze wie auch Jeffrey Buttle (Ka) und Johnny Weir (USA).

«Ich habe alles getan, um an der WM so gut wie möglich bereit zu sein», sagt Lambiel. Die EM in Zagreb, die er als Zweiter hinter Verner beendet hatte, machte ihm bewusst, dass er noch mehr arbeiten muss, um zu gewinnen. Beim Dreifach-Axel sei er allerdings nach wie vor «verwundbar». Dafür habe er beim Vierfach-Toeloop, der ihm dieser Saison ebenfalls viele Probleme bereitet hatte, mehr Selbstvertrauen. (si)

Zum letzten Mal den Flamenco

Lambiel wird in Göteborg letztmals seine Flamenco-Kür präsentieren, die als Meisterwerk bezeichnet werden darf. «Sie ist schon ohne Sprünge und Pirouetten schwer», erklärte Trainer Peter Grütter. Lambiel hat enormes Herzblut in dieses Programm gesteckt, hat sich gar mehrmals vor Ort in Madrid inspirieren lassen. Fehlerfrei ist ihm die Kür bislang nur in den Trainings geglückt. Dies bei der letzten Möglichkeit zu ändern, ist ihm ein echtes Bedürfnis. Deshalb ist er das Programm in den Übungseinheiten viele Male durchgelaufen.
Stéphane Lambiel: Tanzt an der WM den letzten Flamengo.- Keystone

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