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Hier lacht ein korrupter Goalie

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • Von Olivia Guler, Stefan Kreis , Alain Kunz und Adrian Schulthess

«Du, da ist Geld zu verdienen!»: So kaufte sich die Wett-Mafia die Spieler des FC Gossau.

Freitagmorgen, 6.45 Uhr, ein Wohnblock in Romanshorn TG: Uniformierte Polizisten klingeln bei Darko Damjanovic (32). Ihr Auftrag kommt aus Bern: Die Bundesanwaltschaft erfüllt ein Rechtshilfegesuch der Staatsanwaltschaft Bochum (D).Ziel der Operation: Die Trockenlegung des Wettbetrugs-Sumpfs, der sich über ganz Europa erstreckt. Allein 22 Challenge-League-Spiele in der Schweiz sollen manipuliert worden sein.Dem Fussballer Darko Damjanovic (Spitzname «Digicash») wird vorgeworfen, Spiele manipuliert zu haben. Die internationale Wettmafia soll den ehemalige FC-Gossau-Goalie gekauft haben. Sein Name erscheint auf einem offiziellen Papier der deutschen Behörden. Und er hat einen Komplizen: Gossau-Mittelfeldspieler Mario Bigoni (25). Der ist geständig.«Bigoni hat mich kurz vor 20 Uhr angerufen», sagt Gossau-Präsident Roland Gnägi gestern Abend zu BLICK. «Er gab zu, dass in der letzten Rückrunde bei einem Spiel nicht alles sauber gelaufen sei.» Das 0:4 gegen Lugano am 24. Mai. Korrupte Gossau-Spieler sollen 20 000 Euro (31 000 Franken) kassiert haben.Vorbestrafter Thuner Spieler soll mitgemischt haben«Einer seiner Mitspieler habe ihn angegangen mit den Worten: Du, da ist Geld zu verdienen!», so Gnägi. «Dazu bräuchte es nur ein gewisses Resultat. Was ja kein Problem sei, da der FC Gossau ohnehin schon abgestiegen sei. Bigoni sagte mir aber nicht, ober auf das Angebot eingestiegen sei.» 149 400 Euro (231 500 Franken) sollen die Wett-Paten mit diesem Match gemacht haben.Mario Bigoni ist inzwischen von der Polizei einvernommen worden. «Wir haben ihn deshalb umgehend und mit sofortiger Wirkung suspendiert», so Gnägi. Bigonis Ex-Mitspieler Darko Damjanovic ist seit Donnerstag abgetaucht. Kollegen erzählte er, der Mann einer Cousine daheim in Serbien sei gestorben. Gossau-Trainer Alexander Kern ist bestürzt: «Wir haben letzte Saison oft hoch verloren. Aber Gedanken, dass etwas geschoben sein könnte, sind mir nie gekommen.»Auch FC-Thun-Stürmer Omar Faye (22) soll ein Handlanger der Wettmafia sein: Am 26. April lieferte er eine 5:1-Auswärtsniederlage gegen Yverdon. Für 15 000 Euro (23 250 Franken). Seine Auftraggeber machten laut Ermittlungsdokumenten 60 000 Euro (93 000 Franken).«Faye teilte Sportchef Andres Gerber am Freitagnachmittag mit, er sei polizeilich befragt worden», sagt Präsident Markus Stähli. Thun suspendiert Faye für das Cup-Spiel vom Sonntag. Faye ist vorbestraft: Er war in den Sex-Skandal beim FC Thun verwickelt, kassierte im Frühling 2008 eine bedingte Geldstrafe.

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