Wahnsinn in Schweizer 1. Liga Handball-Spiel dauert nur zwei Sekunden!

Das Vorspiel dauert zwei Wochen. Am Ende wird das Duell der Handball-Erstligisten Seen Tigers gegen Pfader Neuhausen zum Quickie.

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Schiedsrichter Thomas Huber zieht schmunzelnd sein Fazit. «Das war eines meiner leichteren Spiele», sagt er. Kunststück. Immerhin dauerte es nur gerade 2 Sekunden!

Am Mittwochabend musste der Schluss der 1.-Liga-Partie Seen Tigers – Pfader Neuhausen nachgeholt werden. Nur zwei Sekündchen auf der Uhr. Dazu ein Penalty. «Wir mussten dreimal pfeifen. An- und Abpfiff. Und um den Penalty freizugeben», erzählt der Referee.

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Protest: Wegen eines regeltechnischen Fehlers im Spiel vor 2 Wochen mussten am Mittwoch 2 Sekunden nachgespielt werden. facebook

Wie es zu dieser einmaligen Kuriosität kam? Beim Spiel vor zwei Wochen in Winterthur entschieden die damaligen Schiedsrichter auf Spielverzögerung. Zwei Sekunden vor Schluss beim Stand von 33:32 für Seen. In den letzten 30 Sekunden sollte dieses Vergehen gemäss Reglement einen Penalty nach sich ziehen, doch der Spielleiter gab stattdessen eine 2-Minuten-Strafe. Neuhausen legte Protest ein – und erhielt bei der Disziplinarkommission und beim Verbandssportgericht recht. Der Penalty und die 2 Sekunden werden nachgespielt. 

Die Pfader reisten nur mit 3 Spielern an!

Am Dienstag erhält Schiri Huber das Aufgebot für das 2-Sekunden-Spiel. «Ich dachte zuerst, das ist ein Witz!» Ist es nicht. Am Mittwoch leitet er die 2 Sekunden souverän. Dann kommts zum Penalty.

Der Schütze? Der Pfader Aaron Leu reiste mit zwei Teamkollegen an. Der Rest des Teams trainiert daheim. «Ich brauchte einfach zwei Kollegen zum Aufwärmen.» Die Seen Tigers im Gegensatz dazu sind komplett vertreten – fast. Goalie Markus Haupt ist beim Weihnachtsessen, sein Ersatz Eric Hauser springt ein. Er ist
der Einzige des Teams, der sich umzieht.

Die Stimmung bei der Handvoll Fans in der Winterthurer Mattenbachhalle ist aufgeheizt. Seen ist mit dem 2-Sekunden-Spiel überhaupt nicht einverstanden, muss sich aber der Sportjustiz beugen. 

Entsprechend wird Leu zum Buhmann der Zuschauer. «Sie haben mir zugerufen: ‹Verschiess, Aaron!›»

Kurzeinsatz: Neuhausens Aaron Leu versenkt den Penalty eiskalt zum 33:33. play
Kurzeinsatz: Neuhausens Aaron Leu versenkt den Penalty eiskalt zum 33:33. Screenshot facebook

Doch der 18-Jährige behält die Nerven und versenkt den ­Penalty. «Danach konnte ich nicht anders, als in Richtung der Fan-Gruppe zu jubeln.»

Treffer zum Unentschieden

Mit dem Treffer zum 33:33 ­sichert Leu den Pfadern einen Punkt – und lässt die Schaffhauser hoffen. Zwei Spiele stehen in der 1. Liga noch aus. Neuhausen auf Platz 5 fehlen nun 3 Punkte zur Aufstiegsrunde. Aus eigener Kraft ist nicht mehr zu machen. Seen ist Zweiter, punktgleich mit den Rängen 3 und 4. Durch den Punktverlust geraten die ­Tigers noch mal ins Schwitzen.

Ganz anders als Leu. Der sagt nach dem eiskalt verwandelten Penalty lachend: «Eine Dusche brauchte ich dieses Mal definitiv nicht.»

Publiziert am 17.12.2016 | Aktualisiert am 20.01.2017
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7 Kommentare
  • Herr  bolber 17.12.2016
    Regeltechnischer Fehler... Immer wieder machen Schiris Fehler; sind menschlich! Sollten deshalb alle Siele wieder angepfiffen werden ab diesem Zeitpunkt? So werden die Schiris absolut nicht geschützt durch diesen Entscheid. Also liebe Vereine, einfach Protest einlegen... Ist ein Präzedenz Fall.
  • Alfred  Gerber aus Goldingen
    17.12.2016
    Falsches Tenue, zuwenig Spieler. Einzige Möglichkeit ein Forfait Sieg.
  • Rocco  Martignoni , via Facebook 17.12.2016
    Darf annehmen das der Schiedsrichter das Reglement kennt .
  • Markus  Buser 17.12.2016
    Das waren mehr als 3s und deshalb wäre eine anschliessende Dusche angemessen gewesen.
  • Kurt  Hofstetter 17.12.2016
    Handball ist nicht fussball. Es gibt keine mindestanzahl spieler im reglement.