Ohrfeige für Homosexuelle an EM Handballverband verbietet regenbogenfarbene Captain-Binde

Als Zeichen der Toleranz und Gleichberechtigung will der Schwede Tobias Karlsson an der Handball-EM mit einer regenbogenfarbenen Captain-Binde auflaufen. Darf er aber nicht.

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In Polen läuft momentan die Handball-EM. Nur: Schlagzeilen gibts nicht auf, sondern neben dem Parkett. 

«Als Captain des Nationalteams ist es mir ein Anliegen zu zeigen, wofür wir im schwedischen Handballsport stehen», sagt Tobias Karlsson, Captain der EM-Auswahl des Tre-Kronor-Teams, gegenüber der dänischen Zeitung «Flensborg Avis». Toleranz und Gleichbehandlung aller Menschen, lautet die Devise. 

Deshalb will er an den Europameisterschaften mit einer regenbogenfarbenen Captain-Binde spielen, als Zeichen der Lesben- und Schwulenbewegung. Die Idee kommt von seinem Landsmann Johan Jepson, der seit Monaten eine solche Captain-Binde beim schwedischen Klub Kristianstad trägt.

Nur: Das passt dem Europäischen Handballverband (EHF) ganz und gar nicht. Weil die Captain-Binde Teil der Spielerkleidung sei, dürfe diese nur einfarbig oder in den Nationalfarben sein. 

Irritierend an der Sache: Jepson trägt seine Binde auch in der Champions League, wie die EM ein Wettbewerb der EHF. 

Nun erklärt Verbandspräsident Jean Brihault gemäss «Spiegel Online»: «Wenn wir einmal ein politisches Statement zulassen, müssen wir alle weiteren auch zulassen.» Gerade im erzkonservativen Polen ist der Verdacht aber gross, dass hinter dem Verbot mehr steckt. 

«Das ist traurig», sagt Karlsson. «Warum lässt man uns nicht unseren Standpunkt zu einer Frage, wie man Mitmenschen behandeln soll, zum Ausdruck bringen?»

Mit dem Verbot macht der EHF die regenbogenfarbene Binde aber zum grossen Thema der ersten Turniertage. Und sie wird dadurch erst noch zum Verkaufsschlager bei den Fans. Übrigens: Die Binde wird in Polen hergestellt. (rmi)

Publiziert am 20.01.2016 | Aktualisiert am 26.02.2016
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3 Kommentare
  • Bernhard  Ecklin aus Zollikon
    20.01.2016
    Ohrfeige für die Schwulen? Ganz sicher nicht! Der Verband hat recht, Karlsson liegt falsch. Der Sportplatz ist nicht der Ort um Werbung für persönliche Anliegen zu machen. In sehr schlechter Erinnerung ist die Jahre zurückliegende, unsägliche Aktion unter der Führung des Empfindsamkeitsdarstellers Alain Sutter mit dem deplatzierten und unglaubwürdigen "Stop-it Chirac"-Aufruf" vor dem Spiel gegen Schweden in Göteborg. Hoffen wir, dass die Sportverbände dieser Unsitte einen Riegel schieben!
  • jean-claude  niederhoffer aus bern
    20.01.2016
    das ist sicher wieder konservativen füdlibürger wo auf die idee gekommen ist für so was zu verbieten
  • Concolor  Shalako 20.01.2016
    Zeigen zu was man Privat neigt, oder ist...und erst noch als Kapitän einer Nationalmannschaft ist falsch. Der EHV handelt richtig.