Yakin muss Stolz zeigen

  • Publiziert: 10.03.2008, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Kubilay Türkyýlmaz

Fehlt es Hakan Yakin an Motivation für seinen Beruf? Anders ist seine Aussage im «Sportmagazin» nicht zu verstehen: «Der Fussball entfernt sich von mir, er wird immer schneller, ich bin halt mehr der Techniker, der Künstler.»

Das ist ein Hilferuf eines hochsensiblen Fussballers. Ein Gefühlsausbruch von Hakan, weil er offensichtlich unzufrieden und demotiviert ist.

Yakin wird nie so schnell sein wie Cristiano Ronaldo. Das braucht er in seiner Position gar nicht. Aber er könnte an seinem Speed arbeiten, wenn er motiviert wäre. Mit seinen Qualitäten kann er in der Super League überleben, ohne sich gross anstrengen zu müssen. Hakan braucht eine neue Motivation.

Sein Hilferuf hat zwei Aspekte. Einer ist die Unterforderung in der Schweiz, der andere die mangelnde Wertschätzung in der Nati. Hakan ist ein sehr wichtiger Spieler im Hinblick auf die Euro. Aber er ist auch sensibel, will geliebt und respektiert werden.

Aber er darf nicht nur fordern. Er muss auch liefern: Hakan darf sich jetzt nicht gehen lassen. Er hat den schönsten Beruf der Welt und er verdient gutes Geld damit. Jetzt muss er sein türkisches Blut beweisen, seinen Stolz zeigen. Das Rezept ist simpel: Mehr trainieren, um für die Euro fit zu werden.

Wenn er sagt, er sei froh, in ein gewisses Alter zu kommen, weil der Fussball zu schnell für ihn werde, dann glaube ich ihm nicht. Hakan ist erst 30. Wenn er so etwas sagt, dann ist das ein Zeichen der Schwäche, dann geht er den Weg des geringsten Widerstandes.

Der Fussball ist ein Abbild unserer Gesellschaft. Auch im Berufsleben müssen wir immer schneller sein, um nicht abgehängt zu werden. Wir Türken – auch eingebürgerte – haben unseren Stolz. Hakan Yakin muss mehr tun – dann kann er auch auf internationalem Niveau mit den Besten mithalten.

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