Der argentinische Sündenbock nach dem WM-Out Wird Maradona jetzt geschlachtet?

  • Publiziert: 04.07.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

Die Zukunft von Diego Maradona ist nach Argentiniens WM-Out gegen Deutschland völlig offen. Doch Diego muss einiges einstecken.

Der Weltmeistertitel war sein grosses Ziel, sogar seinen Arm würde er dafür hergeben, sagte Diego Maradona vor dem Viertelfinal gegen Deutschland.

Doch es kommt anders. Argentinien wird von den deutschen Bubis vorgeführt und mit einer 0:4-Ohrfeige nach Hause geschickt. «Diese Niederlage trifft mich wie ein Faustschlag von Muhammad Ali. Ich habe keine Kraft mehr. Das ist der grösste Schmerz meiner Karriere», sagt ein bitter enttäuschter Maradona nach dem Spiel.

Keine Kraft mehr? Das klingt nach Abschied. Doch über seine Zukunft will sich der argentinische Coach noch nicht äussern. «Ich habe mir noch keine Gedanken darüber gemacht, als Nationaltrainer aufzuhören. Ich muss erst mit meiner Familie und den Spielern sprechen. Es gibt einige Dinge, die ich zunächst noch klären muss.»

Trost spendete ihm seine Familie auch am Samstag nach der herben Pleite. Auf dem Platz umarmt und küsst «el diez» (die zehn) seine Tochter Giannina, der einzige Moment, der ihm ein Lächeln abringen kann. Ansonsten muss er nach dem Abpfiff vor allem einstecken, wird von argentinischen Fans sogar bespuckt!

Auch in der argentinischen Presse wird nun auf Maradona eingeprügelt. Die grösste argentinische Zeitung «Clarin» meint, die Mannschaft sei «zu keiner Zeit» einer Qualifikation nahe gewesen. Der Sündenbock Diego Armando Maradona wird zur Schlachtbank geführt. Maradona hätte keine Strategie gehabt, als alles auf Lionel Messi zu setzen. Und hinter den Kulissen herrsche Rivalität und nicht die Harmonie, die Diego der Weltpresse verkauft.

Auch nach dem Spiel spricht Maradona von ebendieser Harmonie: «Diese wunderbaren Jungs in der Kabine weinen zu sehen, ist furchtbar. Ich danke ihnen», sagt Diego, der nicht wisse, was morgen passiert.

Zumindest auf die Unterstützung seiner Spieler könnte Maradona wohl auch in Zukunft zählen. Verteidiger Heinze sagt klipp und klar: «Wir unterstützen ihn bis in den Tod.» (sme)

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