Enttäuschung und Hoffnung So erlebte Inkooms Frau das Ghana-Drama

  • Publiziert: 03.07.2010, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Sébastian Lavoyer

Samuel Inkoom kämpfte als letzter Super-League-Kicker um dem WM-Titel. Seine Frau, Omega, hat Blick.ch eingeladen mit ihr das Spiel zu schauen. Ein Drama.

Mit einem lässigen Lupfer zerstört Sebastian Abreu Afrikas Halbfinal-Träume. Ghana raus im Penalty-Schiessen gegen Uruguay. «Jetzt kommt Sammy bald nach Hause», sagt Omega Inkoom (24), die Frau von Basel-Kicker Samuel Inkoom. Eine Träne kullert über ihre Wange. Sammy Junior in ihren Armen beginnt zu schreien. Sie steht auf, singt weinend ein Schlaflied. Junior beruhigt sich. «Das war gerade ein bisschen zu viel», sagt sie später.

Als vor dem Spiel die National-Hymnen erklingen, singt Omega mit. Sie lacht und erklärt: „Ich war Lehrerin, habe 7. bis 9. Klässler in Englisch unterrichtet. Wir singen die Hymne in der Schule.“ Als Samuel ins Bild kommt, kreischt sie: „Ah, Sammy!“

Ihr nächster Schrei Sekunden vor dem Pausen-Pfiff: „Yes, Ghanaaaa!“ Soeben hat Sulley Muntari den Ball aus 30 Metern ins «Uru»-Tor geschlenzt. Omega jubelt. Ihre Mutter, Lydia Opoku (64), tanzt vor Freude. Omega ist ihr jüngstes von insgesamt zwölf Kindern. «Meine erste Tochter hiess Alpha. Ich wusste, dass Omega mein letztes Kind sein wird», sagt Lydia.

Lydias letztes Mädchen ist Samuels Nummer 1. «Früher stand mein Name auf seinen Schuhen», sagt Omega. Dann verstummt sie. Diego Forlan hat eben den Freistoss reingedonnert (55.). 1:1. Es dauert zwei, drei Minunten bis sie sich fasst. «Sorry, was habe ich erzählt?» Die Schuhe. «Ja, jetzt steht dort Junior (für Sohn Samuel Junior, den sie nur Junior nennen).» Die Mutter unterbricht: «Sie ist ein bisschen eifersüchtig.» Beide lachen.

Was danach folgt ist an Spannung nicht zu übertreffen, ein offener Schlagabtausch mit dramatischem Ende: Letzte Aktion in der Verlängerung. Ghana will die Entscheidung erzwingen. Uruguays Suarez rettet erst mit dem Kopf, dann in Torwartmanier mit den Händen. Penalty für Ghana – Rote Karte für den Sünder.

«Jaaa, wir wir schaffen es», schreit Omega. Der beste Spieler dieses Abends, Asamoah Gyan, läuft an – und wuchtet den Ball ans Gebälk. Omega schlägt sich die Hände vors Gesicht, Afrikas Hoffnungen zerschellen an der Querlatte. «Das kann doch nicht wahr sein!»

Etwas Gutes hat Ghanas vorzeitiges Aus. «Endlich sieht Sammy seinen Sohn», sagt Omega. Ihre Augen werden wässrig, dann sagt sie: «Er ist noch jung, er kann immer noch Weltmeister werden. In vier Jahren wird Ghana noch besser sein. Ich bin stolz auf ihn.»

Top 3

1 Spanier in Schruns Hier rückt unser WM-Gegner ins Nati-Camp ein!bullet
2 Hören Sie rein! Der WM-Song ist dabullet
3 «BLICK Sport Talk» Konietzka: «Alex Frei übertreibt manchmal»bullet

Fussball