Der Sudan macht mobil. 15000 Polizisten stehen heute rund ums baufällige Merreikh-Stadion im Einsatz. Zwei Millionen Ägypter wollen das Spiel sehen. 9000 dürfen rein. Wie auch 9000 Algerier. Das Afrika-Entscheidungsspiel Ägypten vs. Algerien bewegt sich immer weiter vom Sport weg.Verschwörungstheorie der AlgerierVor dem Spiel in
Kairo wird der Team-Bus der Algerier mit Steinen beworfen. Scheiben gehen zu Bruch, Spieler laufen blutüberströmt ins Hotel. «Derart traumatisiert ist es unmöglich, eine normale Leistung abzurufen», sagt der Team-Doc. Algerien verliert 0:2, das zweite Tor fällt in der sechsten (!) Nachspielminute. Die Algerier wittern eine Verschwörung der
Fifa – wie so oft.Weshalb sind sich die beiden Länder derart spinnefeind? Ägypten unterstützte die Algerier in deren Kampf gegen die französische Kolonialmacht. Und Algerien half Ägypten 1973 bei der Suez-Kanal-Überquerung. Doch seither entfremdeten sich die beiden Staaten immer mehr. Der Pharaonen-Staat wurde immer pro-westlicher, Algerien immer linker und islamistischer.Hass auf dem PlatzGradmesser dafür sind weniger Politik und Presse als vielmehr der Fussball. Der Hass eskalierte 1990 bei einem Match in Kairo: Ein algerischer Spieler schlug einem ägyptischen Teamarzt ein Auge aus.Was passiert heute im Ägypten-freundlichen Sudan, wenn es um den höchstmöglichen Gewinn geht? Um ein Ticket für die erste WM auf afrikanischem Boden!