Meuterei und neuer Eklat bei «Equipe tricolore» Jetzt boykottieren Frankreich-Stars das Training!

Der französische Fussball-Albtraum geht weiter. Einen desolateren Zustand einer «Equipe tricolore» kann es kaum geben. Der neuste Eklat: Jetzt weigern sich die Spieler sogar zu trainieren!

  • Publiziert: 20.06.2010, Aktualisiert: 19.01.2012

Die derben Worte von Stürmer Nicolas Anelka an Trainer Domenech, die an dieser Stelle nicht mehr wiederholt werden müssen, sind ein Problem der französischen Auswahl. Anelka wird aus dem Team verbannt. Problem gelöst.

Ein anderes – vielleicht schwerwiegenderes – Problem ist, wie die Beleidigungen den Weg in die Presse fanden.

Auch Captain Patrice Evra ist erbost über den (möglichen) Maulwurf im Team. Evra: «Wir stehen schon mitten im Debakel und da legt einer noch nach. Das Problem ist nicht Anelka. Es ist der Verräter, der den Medien das alles enthüllt hat. Den müsste man ausschliessen.»

Das Vertrauen in der französischen Mannschaft ist endgültig weg. Schon vor dem Skandal werden im Team Spieler von anderen gemobbt. Besonders Spielmacher Yoann Gourcuff wird von einem Grossteil geschnitten, weshalb er gegen Mexiko auch nicht in der Startelf stand.

Ein Beispiel gefällig? Als Gourcuff nach dem Mexiko-Spiel (0:2) in der Mixed Zone mit Journalisten sprach, tauchten Ribéry und Anelka auf. Der Spielmacher habe sofort den Blick gesenkt und sei an die Bande gerückt, so die französische Sportzeitung «L’Equipe». Wie ein Klassenbester, der dem Rüpel Platz mache, berichtete das renommierte Blatt weiter.

Und was ist mit Anelka? Der Chelsea-Stürmer akzeptiert seinen Rausschmiss aus dem Team, bestreitet aber, Coach Domenech auf diese Weise beschimpft zu haben. «Ich möchte klarstellen, dass ich die von der Presse veröffentlichten Worte nie gesagt habe», sagt Anelka. Gleichzeitig bestätigt er aber «eine lebhafte Diskussion» mit Domenech.

Nutzniesser der skandalösen Geschichte um «les bleus» könnte Gastgeber Südafrika sein. Die «Bafana Bafana» trifft im letzten Spiel auf ein Frankreich, dem ein Sieg in diesem desolaten Zustand nur schwer zuzutrauen ist. So sind die Chancen auf den Achtelfinal-Einzug für Südafrika intakt. (sme)

Meuterei im Training!

Als wäre die riesige Aufruhr um die französische Nationalmannschaft nicht genug, kommt am Sonntag schon die nächste Krisen-Meldung: Raymond Domenechs Spieler weigern sich jetzt sogar zu trainieren!

Kurz vor dem Training geraten Captain Patrice Evra und Fitnesscoach Robert Duverne aneinander und streiten sich lauthals. Duverne hat genug, wirft seine Stoppuhr weg und verlässt wutentbrannt das Feld.

Später wird der Grund bekannt: Die Spieler weigern sich aus Protest gegen den Rausschmiss von Nicolas Anelka zu trainieren! Trainer Domenech verkündet diese Nachricht per Communiqué.

Und nicht nur Duverne scheint sich über diesen Entscheid zu ärgern. Teammanager Jean-Louis Valentin ist das Schmierentheater zu viel. Er läuft völlig verzweifelt in die Kabine und schreit: «Ich schäme mich. Ich verlasse Südafrika und kehre sofort nach Paris zurück.» Später fügt er an: «Ich bin ausser mir. Das ist ein Skandal für den Verband, für die Mannschaft und das gesamte Land. Sie wollen nicht trainieren, das ist unfassbar.»

Frankreichs Presse ist sich nach dem neusten Eklat einig: Das ist die grösste Krise in der Geschichte der «Equipe tricolore».

Mitleid bekommt momentan nur einer: Laurent Blanc, der diesem meuternden «Haufen» nach der WM als Trainer wieder auf die Beine helfen soll. (wst)

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