Kein Zimmer frei Hier wohnt während der WM unsere Nati

  • Publiziert: 06.12.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Andreas Böni aus Johannesburg

Was für ein Hotel! Unsere Nati steigt im Emerald Casino Resort knapp 100 Kilometer südlich von Johannesburg ab. Eine Giganten-Anlage auf 28 Quadratkilometern.

Stolz halten die Hotel-Angestellten ein Schweizer Nati-Trikot mit der Nummer 9 und der Aufschrift Alex Frei in die Kamera. Auf dem gepflegten Rasen spazieren Rebhühner. Flügelschläge von kleinen Vögeln sind alle paar Sekunden zu hören.

SonntagsBlick im WM-Resort der Nati in Vanderbijlpark, eine Autostunde von Johannesburg entfernt. Ein Hotel mit unglaublicher Anlage. Ein paar Fakten, die verblüffen:
  • Die Anlage ist sieben auf vier Kilometer gross – insgesamt also 28 Quadratkilometer. Dazu gehören das Hotel und verschiedene öffentliche Anlagen. Unter anderem ein Aquadome (ähnlich dem Swiss Holiday Park), ein Casino, eine Bowling-Bahn, eine Spielhalle, Burger-Läden, Restaurants.
  • 77 Hotel-Zimmer hat die Nati bis zum 30. Juni 2010 exklusiv gebucht. Es gibt 74 Doppelzimmer, zwei Luxus-Suiten, ein Zimmer für Behinderte. Die Luxus-Suiten werden von Hitzfeld und SFV-Boss Peter Gilliéron bewohnt. Das Hotel wird hermetisch abgeriegelt, Casino etc. bleiben für die Leute geöffnet.
  • Insgesamt 500 Leute arbeiten im gesamten Resort.
  • 43 Security-Leute sorgen für die Sicherheit im Resort. Bei der WM kommen zudem Sicherheits-Experten der Fifa und der südafrikanischen Polizei dazu.
  • Fast eine Million Einwohner hat die Stadt Vanderbijlpark. Im Resort ist davon nichts zu sehen: Der Vaal-Fluss bildet die eine Grenze, ansonsten sind vor allem viel Wald und Wiesen zu sehen.
  • Auf dem Gelände gibt es einen Mini-Zoo mit Löwen und anderen Tieren.
Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld zu den Ablenkungsmöglichkeiten für die Spieler: «Ich habe Vertrauen in meine Spieler. Wenn sie mal an den Flipper gehen wollen oder so, dann ist das kein Problem – wenn es abgesprochen ist. Ich will aber sicher nicht, dass sie im Casino am grünen Tisch sitzen und hohe Einsätze setzen. Das wäre ein schlechtes Zeichen nach aussen.»

Die Familie darf zu Besuch kommen


Im Gegensatz zu den Holländern, wo die Spielerfrauen nicht ins Hotel dürfen, wird es unter Hitzfeld nicht so rigoros werden. «Die Spieler werden nach einem Spiel schon mal Besuch von Frau und Kindern bekommen. Das ist eine wichtige Angelegenheit, wenn man so lange im Trainingslager ist.»

Nur eines ist für ihn sicher: «Spielerberater haben keinen Zutritt. Wir wollen doch hier keinen Transfermarkt aufmachen.»

Für den Fussball-Verband reisten Pressesprecher Marco von Ah und Teammanager Philipp Ebneter an, um die Vorbereitungen zu treffen. Ebenfalls dabei: Nati-Koch Emil Bolli. Er inspiziert die Küche.

Übrigens: In der Bowling-Bahn hängt eine Spanien-Flagge. Als wollten hier bereits alle sagen: Die kegeln wir raus!

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