Henry: «Ich bin nicht der Schiedsrichter»

Frankreich schafft gegen Irland erst in der Verlängerung die Qualifikation zur WM, dank «Le Hand of God». Stürmer Henry gibt sein Handspiel zu!

  • Publiziert: 19.11.2009, Aktualisiert: 20.01.2012
Mit viel Glück und einem irregulären Tor vermeidet Frankreich das erstmalige Verpassen eines grossen Turniers seit der WM 1994 und Trainer Raymond Domenech (vorerst) sehr ungemütliche Tage.Vor dem 1:1 in der achten Minute der Verlängerung steht Captain Thierry Henry bei der Abgabe des Freistosses im Offside. Und als er an den Ball gelangt, nimmt er diesen eindeutig mit der Hand mit! Die folgende Hereingabe verwertet William Gallas per Kopf.Die berechtigten und wilden Proteste der Iren, die sich dank Robbie Keanes 41. Länderspiel-Treffer die Overtime redlich verdienen, bleiben unerwidert. Irland wird in Paris das WM-Ticket geklaut!«Le Hand of God»In der «LEquipe» gibt Stürmerstar Henry zu, dass beim Ausgleich seine Hand im Spiel war. Henry: «Ich bin aber nicht der Schiedsrichter. Ich spielte halt weiter, obwohl ich wusste, dass es ein Handspiel war.»Und das englische Revolverblatt «The Sun» titelt – in Anlehnung an Maradona – schon mal «Le Hand of God».Wirklich bitter für Irland, die WM so zu verpassen! Die «Boys in Green» verfügen im Stade de France gewiss nicht über die stärkeren Individualisten, sind aber das ausgeglichenere und wesentlich weniger fehlerhafte Team.Frust bei Robbie Keane«Das Handspiel war so was von offensichtlich – wir sind angeekelt», sagt Robbie Keane, der seinen Frust nicht versteckt. Der Stürmer von Tottenham vermutet gar ein Komplott: «Die Fifa will Irland nicht an einer WM dabei haben. Wir können wenigstens stolz darauf sein, wie wir gespielt haben.»

Die 32 für die WM 2010 qualifizierten Teams

  • EUROPA (13): Schweiz, England, Holland, Spanien, Deutschland, Dänemark, Serbien, Italien, Slowakei, Griechenland, Slowenien, Portugal, Frankreich.
  • AFRIKA (6): Südafrika (Gastgeber), Ghana, Elfenbeinküste, Kamerun, Nigeria, Algerien.
  • SÜDAMERIKA (5): Brasilien, Paraguay, Chile, Argentinien, Uruguay.
  • ASIEN (4): Südkorea, Nordkorea, Australien, Japan.
  • OZEANIEN (1): Neuseeland.
  • NORD-/MITTELAMERIKA (3): USA, Mexiko, Honduras.

Auslosung der WM-Endrunden-Gruppen am 4. Dezember.

Ukraine - Griechenland 0:1 (0:1)

Donezk. -- 30 000 Zuschauer. -- SR Benquerenca (Por). -- Tor: 31. Salpingidis 0:1.

Bosnien-Herzegowina - Portugal 0:1 (0:0)

Bilino Polje, Zenica. -- 15 000 Zuschauer (ausverkauft). -- SR Rosetti (It). -- Tor: 56. Raul Meireles 0:1.

Slowenien - Russland 1:0 (1:0)

Maribor. -- 13 000 Zuschauer. -- SR Hauge (No). -- Tor: 45. Dedic 1:0.

Frankreich - Irland 1:1 (0:1, 0:1) n.V.

Stade de France, St-Denis. -- 78 236 Zuschauer. -- SR Hansson (Sd). -- Tore: 32. Robbie Keane 0:1. 103. Gallas 1:1.

Die anderen Barrage-Partien

Portugal qualifiziert sich ohne Cristiano Ronaldo

Portugal bewahrt nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel in der hitzigen Atmosphäre von Zenica die nötige Coolness und fährt die dritte WM-Teilnahme in Folge ohne Schwierigkeiten ein. Und das ohne Cristiano Ronaldo, der verletzt fehlt.

Meireles, eher als Vorbereiter denn als Skorer bekannt, bricht mit seinem zweiten Länderspiel-Tor den Widerstand des Heimteams, der bei weitem nicht so heftig wie angekündigt ausfällt. Der 26-jährige Mittelfeldstratege des FC Porto schliesst in der 56. Minute eine Balleroberung am Strafraum mittels Flachschuss ab.

WM ohne Russland

Erstmals seit 1994 findet eine WM-Endrunde ohne Guus Hiddink statt. Der holländische Coach verpasst mit Russland die Qualifikation gegen Slowenien, nachdem er zuletzt in Serie mit Holland (1998), Südkorea (2002) und Australien (2006) an der WM angetreten ist.

Der Bochum-Stürmer Dedic schiesst in Maribor das entscheidende 1:0 für Slowenien, das aufgrund des Auswärtstores beim 1:2 in Moskau nach Südafrika reisen kann. Dedic trifft kurz vor der Pause nach einem Freistoss glücklich mit der Schuhsohle.

König Otto an der WM

Durch einen Treffer von Dimitrios Salpingidis in der 31. Minute gewinnt der Europameister von 2004 in Donezk 1:0 gegen die Ukraine und beschert Trainer Otto Rehhagel in dessen 100. Spiel auf der griechischen Bank die erste WM-Teilnahme. Das Hinspiel in Athen endete 0:0.

Insgesamt hat sich Griechenland zum zweiten Mal nach 1994 für eine WM-Endrunde qualifiziert. Die Ukraine dagegen muss auf ihre zweite WM-Teilnahme verzichten und kann sich nun bereits auf die EM 2012 konzentrieren, die sie gemeinsam mit Polen ausgetragen wird.

Algerien mit dabei

Die Algerier haben sich als 27. Team für die WM in Südafrika qualifiziert. In einem hart umkämpften Spiel gewinnen die Algerier dank einem Tor von Anthar Yahia in der 40. Minute mit 1:0. Der Verteidiger des VfL Bochum lässt dem einstigen Sion-Keeper Essam El Hadary mit seiner scharfen Direktabnahme keine Abwehrchance.

Für Algerien ist es die dritte WM-Teilnahme nach 1982 und 1986. (Si/gwy)

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