
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Spanien: Rotes Tuch für die Schweiz
Spanien ist für das Schweizer Nationalteam ein rotes Tuch: Noch nie konnte gegen die Iberer ein Sieg gefeiert werden. Das dürfte aus Schweizer Sicht auch in Südafrika schwierig werden.
Die «Furia Roja», die über vier Jahrzehnte lang als ewig scheiternder Geheimfavorit galt, ist nach dem EM-Titel 2008 auf den Geschmack gekommen und gilt bei vielen Experten als Top-Kandidat auf den WM-Thron. Die von Vicente del Bosque trainierte «Seleccion» legte eine traumhafte WM-Qualifikation hin und gewann alle zehn Spiele.
Zudem hat Spanien seit drei Jahren nur eine Partie (0:2 im Halbfinal des Confederations-Cup gegen die USA) verloren. Die WM- Bilanz der Iberer ist dagegen weniger glanzvoll: bei elf von zwölf WM-Teilnahmen kamen sie nicht über die Viertelfinals hinaus.
Chile: Aus der Krise zur WM
Nach zwei erfolglosen Anläufen hat der Argentinier Marcelo Bielsa (54) Chile wieder an eine WM-Endrunde geführt. Bielsa, den sie in Chile «El Loco -- der Verrückte» nennen, spielte sich mit attraktivem Angriffsfussball in die Herzen der Fans.
Im August 2007 erschien die WM-Endrunde in Südafrika noch als unrealisierbarer Traum für den damaligen 47. der FIFA-Rangliste. Kurz zuvor hatte Chile in der Copa America ein 1:6-Debakel gegen Brasilien erlebt und mit wüsten Saufgelagen nicht gerade sein Image aufpoliert. Daraufhin entliess der Verband Nelson Acosta und holte Bielsa für einen Jahreslohn von 1,8 Millionen Dollar.
Bielsa verstand es, die jungen Talente, die 2007 bei der U20-WM für Chile die Bronzemedaille gewonnen hatten, in ein funktionierendes Team einzubauen. Dank des offensiven Systems mit einem Drei-Mann-Sturm löste Chile als zweites Team nach Brasilien das WM-Ticket und ist im FIFA-Ranking inzwischen auf Position 17 zu finden -- also unmittelbar vor der Schweiz.
Honduras: Qualifikation trotz politischer Wirren
Erst in extremis sicherte sich Honduras in der CONCACAF- Zone seine zweite WM-Teilnahme nach 1982. Die Zentralamerikaner profitierten in der letzten Runde nach ihrem 1:0 in El Salvador von der Schützenhilfe der bereits qualifizierten Amerikaner, die Costa Rica ein 2:2 abrangen.
Der Ausgleichstreffer des US-Verteidigers Jonathan Bornstein, der erst in der vierten Minute der Nachspielzeit fiel, versetzte das Land in den Ausnahmezustand. Dank dem Erfolg der Nationalmannschaft konnten die rund 7,8 Millionen Menschen zumindest für einige Stunden ihre Alltagsprobleme vergessen. Ende Juni war Präsident Manuel Zelaya bei einem Militärputsch entmachtet worden, seither ist Honduras politisch isoliert und driftet wirtschaftlich immer mehr ins Abseits.
Dass Honduras derzeit zumindest auf fussballerischer Ebene für positive Schlagzeilen sorgt, dafür ist der kolumbianische Trainer Reinaldo Rueda verantwortlich. Der 42-Jährige betreut seit 2007 das Team und qualifizierte sich mit ihm erstmals seit 28 Jahren wieder für eine WM. Bei ihrer ersten Teilnahme in Spanien gehörten die Honduraner zu den Überraschungen des Turniers. Sie rangen dem Gastgeber sowie Nordirland ein 1:1 ab, ehe sie Jugoslawien 0:1 unterlagen und nach der Vorrunde ausschieden. (Si)