«Taten sind weniger schlimm als Worte»

  • Publiziert: 12.07.2006, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Ueli Zoss und Fredy Herren

PARIS – Amok-Zidane bereut nichts: «Non, je ne regrette rien.»

Diesen Satz wiederholte Zinedine Zidane gestern mehrmals auf dem TV-Sender Canal+.

Rund 25 Minuten stand der abgetretene Frankreich-Captain dem Moderator Red und Antwort. Schon fast eine Ewigkeit für den wortkargen Zizou.

«Taten sind weniger schlimm als Worte», meinte die grosse Nummer 10.

Und verteidigte damit seine Brutalo-Kopfstoss-Attacke gegen Marco Materazzi in der 110. Minute des WM-Finals. «Ich bereue meine Tat nicht.»

Den Namen «Materazzi» erwähnte Frankreichs Fussball-Idol nicht. Er sprach immer nur vom «Provokateur».

Materazzi muss Zidane tatsächlich bis auf Blut gereizt haben. «Er hat meine Mutter und meine Schwester beleidigt. Und das mehrmals.» Beim dritten Mal sei es ihm zu viel geworden.

Den genauen Wortlaut gab Zidane nicht preis. Gegenüber der Fifa, die eine Untersuchung angeordnet hat, wäre er dazu bereit.

«Es war schlimmer, als wenn man mir die Faust ins Gesicht geschlagen hätte.»

Schon auf der Place de la Tartane, mitten im Marseiller Armenquartier, hatte der junge «Yazid» Zidane zur Selbstjustiz gegriffen. Jetzt wieder: «Ich musste so reagieren.»

Materazzi hatte seinerseits erklärt, er habe nichts gesagt, was nicht alltäglich auf Fussball-Plätzen zu hören sei.

Entschuldigt hat sich Zidane gestern nur bei den Millionen Kindern, deren Ausbildnern und Lehrern.

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