Lehmann statt Kahn

  • Publiziert: 07.04.2006, Aktualisiert: 03.01.2012

MÜNCHEN – Bundestrainer Klinsmann hat die deutsche Goaliefrage beantwortet: Jens Lehmann und nicht Oliver Kahn hütet an der WM den Kasten.

Seit Monaten diskutiert ganz Fussball-Deutschland über eine spezielle Variante der Gretchen-Frage: Kahn oder Lehmann im Tor bei der WM?

Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat nun seine Wahl getroffen: Arsenal-Keeper Jens Lehmann (36) soll Deutschlands WM-Goalie sein!

Das hat inzwischen auch Kahns Arbeitgeber, der FC Bayern München, bestätigt.

Der Bundestrainer, der heute bereits Lehmann informiert hat, ist eigens nach München gereist, um Oliver Kahn persönlich von seinem Entscheid zu unterrichten.

Gestern hatte der Klinsi am Rande eines Werbetermins überraschend angekündigt, er werde sich heute mit seinem Stab zusammensetzen und die Torwart-Frage diskutieren. Ex-Bundestrainer Berti Vogts, ein enger Vertrauter Klinsmanns, hatte «entscheidende Gespräche» angekündigt.

Ursprünglich war eine Entscheidung erst für Mai vorgesehen, in den vergangenen Tagen aber war der öffentliche Druck auf Klinsmann – besonders von Seiten des FC Bayern – gross geworden.

Und nun eben der Hammer-Entscheid: Kahn, seit Jahren unangefochten die Nummer eins in Deutschland, ist ausgebootet.

Hoffen wir, dass sich der cholerische Bayern-Goalie nicht hinreissen lässt. Und zum Beispiel den Klinsmann spontan in den Hals beisst.

Kahn: «Masslos enttäuscht»

Oliver Kahn reagierte auf seine Nicht-Nomination erwartungsgemäss: «Ich bin über diese Entscheidung sehr überrascht und masslos enttäuscht. Ich werde mich nun voll auf meine Aufgaben beim FC Bayern konzentrieren. Über meine Zukunft in der Nationalmannschaft werde ich mir Gedanken machen und mich zu gegebener Zeit dazu äussern.»

Bundestrainer Klinsmann: «Nach dem Spiel gegen die USA haben wir die Entwicklung in den vergangenen 22 Monaten intensiv analysiert und nun eine Entscheidung getroffen.»

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