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Mehrere Dutzend Security-Leute sorgten dafür, dass in der Ankunftshalle des Flughafens Kloten wenigstens ein bisschen Ordnung herrschte. Kuhglocken, Transparente, Fahnen – die Halle war prallgefüllt mit Fans. Aber sie mussten lange warten, bis die Helden von Istanbul eintrafen.
Allerdings hatte die Verspätung nicht mit türkischen Schikanen zu tun. Am Flughafen in Istanbul waren die Schweizer an einem eigenen Schalter speditiv eingecheckt worden. Polizisten führten die Nationalspieler ans Gate. Die Intervention auf politischer Ebene von Aussenministerin Michelin Calmy-Rey zeigte offenbar Wirkung.
Die Schweizer Nati landete trotzdem mit einstündiger Verspätung in Kloten. Und es dauerte trotz Spezial-Abfertigung nochmals fast eine Stunde, bis Köbi und Co. das Bad in der Menge geniessen konnten. Denn zuerst wollten schon auf dem Rollfeld Dutzende von Flughafen-Mitarbeitern ein Autogramm haben oder ein Erinnerungsfoto schiessen. Das gleiche in der Transithalle.
Doch dann, um 15.42 Uhr, wars endlich soweit: Angeführt von Naticoach Köbi Kuhn kamen sie, die Fussballer, die nächstes Jahr bei der WM in Deutschland dabei sein werden. Blitzlichtgewitter, TV-Kameras und ein über 1000-köpfiges «Empfangs-Komitee».
«Ohh, oh Köööööbi, Köbi national, Köööööbi, Köbi nationaaaal» sangen die Fans. «Welcome to paradise» stand auf einem der vielen Plakate. In Istanbul wurden die Eidgenossen noch mit «Welcome to hell» empfangen.
Der Erfolgscoach in einer ersten Reaktion: «So etwas kann man nicht kaufen. Ich sage meinen Spielern immer wieder, für so ein Erlebnis, so einen Empfang, lohnt es sich, hart zu trainieren. Das ist der grössere Lohn als alles Geld.» Und wandte sich rhythmisch klatschend wieder seinen Fans zu.
Bis er seinen Triumph («Ich bin ja nur ein Symbol dieser Gruppe, Grossartiges haben die Spieler geleistet.») still mit seiner Frau Alice und ohne Tamtam geniessen kann, dauert es noch: «Das wird wohl Wochenende, bis ich dazu kommen werde.»
Alex Frei, dem ein pinkfarbiges Hütchen auf den Kopf gesetzt wurde, war sichtlich noch von den Vorfällen nach dem Spiel gezeichnet: «Dieser Empfang berührt das Herzen jedes einzelnen. Aber nach dem Spiel habe ich mir ernsthaft überlegt, wofür wir Fussballer in jedem Training und in jedem Spiel an unsere Leistungsgrenze gehen, wenn man nachher niedergeschlagen wird.»
Auch Marco Streller, einst bei den Junioren des FC Aesch Teamkollege von Alex Frei, blies ins gleiche Horn: «Fussball ist doch kein Krieg. Aber was gestern passierte, da hört es für mich auf. Die Feier lange nach dem Spiel war auch nicht die gleiche, weil unser Teamkollege Stéphane Grichting im Spital lag.»
Zu seinem Tor meinte der VfB-Stuttgart-Söldner: «Es war wie eine Erlösung. Ich habe schwere Zeiten hinter mir. Die Szene, die zum türkischen Penalty geführt hat, beweist einmal mehr, dass ein Stürmer im eigenen Strafraum nichts zu suchen hat. Meine Aktion war einfach nur dumm. Doch dass wir jetzt an die WM fahren, ist einfach nur geil.»