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Blick: Herr Busacca, im SonntagsBlick ist zu sehen, wie Sie den YB-Fans den Mittelfinger zeigen. Wie kam es zu dieser Reaktion?
Massimo Busacca: Ich kann mich nicht bewusst an die Szene erinnern. Es muss ein Reflex gewesen sein. Ich wurde von der ersten Minute an beleidigt. Die Fans haben gerufen: «Busacca, Busacca vaffanculo!» (Busacca, du Arschloch!) Ich habe keine Ahnung warum. Darauf wollte ich vielleicht eine kleine Antwort geben.
Der ausgestreckte Mittelfinger ist aber eine grosse Antwort.
Ja. Aber wenn Sie solche Worte von den Zuschauern hören, dann muss die Antwort klar und unmissverständlich sein. Es war eine menschliche Reaktion, die mir im Nachhinein sehr leid tut.
Ist es Ihnen schon einmal passiert, dass Sie derart die Nerven verloren haben?
Ich kann mich an keine Situation erinnern.
Sollten Sie als langjähriger Spitzen-Schiedsrichter nicht souveräner mit solchen Beleidigungen umgehen?
Es passiert leider jedes Wochenende, dass wir Schiedsrichter beleidigt werden. In einem grossen Stadion hört man nicht jedes Wort. Am Samstag in Baden standen die Leute aber praktisch auf dem Platz. Ich hatte keine Probleme mit den Akteuren – nur mit dem Publikum. Es hat Kinder im Stadion. Was sollen die denken, wenn 3000 Menschen rufen: «Busacca, Busacca vaffanculo»?
Was sollen die Kinder denken, wenn der Schiedsrichter den Finger zeigt?
Warum habe ich den Finger gezeigt? Doch nur, weil ich auf primitive Weise provoziert worden bin.
Als Spielleiter dürfen Sie sich doch nicht auf das Niveau der Fans herablassen.
Die Provokation ist in der Regel schlimmer als die Reaktion. Meine Reaktion war nicht richtig. Ich habe eine Vorbildfunktion. Gerade deshalb bedaure ich die Reaktion sehr. Aber es war ein Signal. Ich wollte damit sagen: «So geht es nicht mehr weiter.» Wir Schiedsrichter lassen uns nicht alles gefallen.
Denken Sie, dass der Vorfall Konsequenzen haben wird?
Ich hoffe, dass man den Schiedsrichtern wieder mit Respekt begegnet.
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Wird man Busacca noch ernst nehmen können? (EQ Images)