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In den letzten fünf Jahren hiess der Meister in der Ligue 1 immer Lyon. Das Budget beträgt inzwischen 110 Millionen Euro (rund 170 Mio. Franken)! Sogar die zweite Lyon-Garnitur wird stärker eingestuft als die übrigen Stamm-Formationen.
Jüngstes Beispiel: Am letzten Wochenende gewann Lyon den Supercup gegen Paris St-Germain ohne fünf französische und drei brasilianische Internationale. Im Mittelfeld kämpfen nicht weniger als sieben Nationalspieler um drei Plätze.
Aber auch Patrick Müller hat in der Verteidigung gewaltige Konkurrenz: Von Monaco kam zum Beispiel Sébastien Squillaci für 8 Millionen Euro. Der Schweizer Internationale mit 68 Länderspielen: «Als ich zu Lyon wechselte, wusste ich, dass ich mit der Konkurrenz leben muss. Das ist für mich kein Problem.»
Priorität in dieser Saison hat nicht etwa die Champions League, sondern die Meisterschaft. Präsident Jean-Michel Aulas: «Noch nie konnte eine Mannschaft in einer der fünf europäischen Topligen sechsmal in Folge Meister werden. Wir können Geschichte schreiben.»
Wer kann das verhindern? Vom Geld her könnten es Paris St-Germain oder Olympique Marseille am ehesten. Doch an der Transferfront waren beide Vereine sehr zaghaft aktiv. Ybs Uefa-Cup-Gegner Marseille holte wenigstens von Liverpool Djibril Cissé und konnte Nati-Jungstar Franck Ribéry halten.
Monaco mit dem neuen Coach Laszlo Bölöni befindet sich in einer Art Neuaufbau (holte trotzdem den alternden Star Jan Koller), der letztjährige Zweite Bordeaux hat trotz der Verpflichtung von Johan Micoud an Qualität eingebüsst.
In Lille wird zwar vom ersten Titel seit 1954 geträumt, doch laut darüber reden will keiner. Auch wenn der Klub der beiden Schweizer Stephan Lichtsteiner und Daniel Gygax letzte Saison Lyon als einziges Team zweimal schlagen konnte.
Die vier weiteren Schweizer: Für Johann Lonfat und Arnaud Bühler kämpfen in Sochaux um einen Stammplatz und sollen in erster Linie mithelfen, den Abstieg zu verhindern. Ebenfalls nicht erste Wahl in Rennes ist Alain Rochat (möglicher Transfer zu Sion).
Besser sind die Aussichten von Stéphane Grichting, der bereits seit vier Jahren in Auxerre spielt. Mit Jean Fernandez hat er einen neuen Trainer, der dafür bekannt ist, viel auf junge Spieler zu setzen. Grichting könnte mit seiner Erfahrung eine entscheidende und führende Rolle einnehmen und scheint als Abwehrchef gesetzt.