Von Hitzfeld haben alle etwas gelernt

  • Aktualisiert am 20.01.2012
  • Von Max Kern und Nicola Berger

Was macht der neue Nati-Coach Ottmar Hitzfeld (59), Welttrainer 1997 und 2001, besser als die anderen? BLICK hörte sich bei seinen Jüngern um.

Was haben Luzerns Trainer, der Chefcoach von YB, der Assistenztrainer von GC und der Trainer des Bundesligisten VfL Bochum gemeinsam? Stimmt. Sie waren einst alle Spieler von Ottmar Hitzfeld.

Ciri Sforza (38), Trainer beim FCL, feierte 1991 mit Hitzfeld bei GC seinen ersten Schweizer-Meistertitel, holte ab 2000 mit seinem Förderer bei Bayern München Champions-League-Titel, Weltpokal und die Deutsche Meisterschaft. Sforza sagt: «Von Ottmar hab ich mir die Winner-Mentalität, den Ehrgeiz und die Disziplin abgeschaut. Ihn interessiert nicht, was links und rechts abgeht, er ordnet alles dem Mannschaftserfolg unter. Er ist korrekt, behandelt den jüngsten und den ältesten Spieler im Team mit dem gleichen Respekt.»

Martin Andermatt (46), YB-Trainer, der Anfang der 90er-Jahre mit Hitzfeld bei GC Meisterschaft und Pokalsieg feierte, erklärt: «Ottmar ist ein Trainer, der nur den Erfolg sucht. Und er versucht immer, seine Spieler zu spüren. Dennoch setzt er im richtigen Moment sein Pokerface auf. Er ist sehr professionell, überlässt nichts dem Zufall. Analytisch ist Ottmar top. Wenn ich vor zwei Schweizer Sportlern den Hut ziehe, dann vor Federer und Hitzfeld. Und Ottmar darf man ja schon als Schweizer bezeichnen.»

Mats Gren (44), heute Assistent von Hanspeter Latour bei GC, holte mit Hitzfeld zweimal den Meisterpokal und zwei Cup-Trophäen nach Zürich. «Menschlich ist Ottmar eine Klasse für sich», sagt der schwedische Ex-Internationale, «er hatte ein ‹Riesen-Gspüri›, uns unter der Woche nicht zu lange trainieren zu lassen. Damit wir heiss auf das letzte Training und das Spiel waren.»

Marcel Koller (47), Cheftrainer beim VfL Bochum, erinnert sich: «Sein Umgang mit uns Spielern war speziell. Er hat viele Gruppengespräche gegeben. Er wollte kontroverse Diskussionen mit uns. Wir fragten, weshalb er so oder so spielen liess. Er hat immer souverän geantwortet.»

Hitzfelds Jünger arbeiten längst in der Super League oder der Bundesliga als Trainer. Heute stellt sich ihr ehemaliger Ausbildner als Schweizer Nati-Coach den Mitarbeitern im Haus des Fussballs vor.

Was kann Hitzfeld als Nachfolger von Köbi Kuhn erreichen?

Gren: «Für die WM 2010 sehe ich es sehr positiv.»

Andermatt: «Das bespreche ich mit Ottmar unter vier Augen.»

Koller: «Die Qualifikation für die WM 2010 liegt mit seiner internationalen Erfahrung sicher drin. Und Ottmar wird auch den einen oder anderen Jungen weiterbringen.»

Ex-Nati-Captain Sforza: «Wenn du mal bei Bayern warst, dann gibt es nur eines: Gewinnen! Für die Schweizer Spieler wird diese Mentalität eine Umstellung sein.»

Förderer: Hitzfeld kümmerte sich als Bayern-Trainer um Sforza.- Walter L. Keller

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