Vaduz-Stürmer Schürpf war über ein Jahr verletzt So leidet Spielerfrau Jennifer

Kein Schickimicki. Kein Glamour. Nur mitleiden und beistehen. Aus dem Leben von Fussballerfreundin Jennifer Bosshard.

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Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 Basel 18 49:15 47
2 YB 18 42:24 35
3 Sion 18 38:31 29
4 Luzern 18 36:33 29
5 GC 18 26:32 22
6 St. Gallen 18 20:27 21
7 Lausanne 18 30:34 18
8 Lugano 18 23:35 18
9 Thun 18 23:34 16
10 Vaduz 18 21:43 16
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Manchmal lag er einfach nur da. Starrte in seiner Wohnung in Sennwald SG Löcher in die Decke. Gedankenverloren. Mit sich kämpfend, den Mut nicht zu verlieren. Auch wenn sein Traum von der Fussballerkarriere über ein Jahr am seidenen Faden hing.

Es war ein Kampf, den Pascal Schürpf (27) nicht alleine führen musste. Ein Kampf, in dem er seine Freundin Jennifer an seiner Seite hatte. Doch wie lebt es sich an der Seite eines Fussballers, der am Boden ist?

Im Training am 17. Juli 2015 spürt er erstmals Schmerzen im rechten Knie. Er läuft Richtung Tor, bricht zusammen. «Ich konnte nicht mehr laufen.»

Die Diagnose: Arthrose-Schaden. Eigenblut-Therapie, Spritzen, es nützt alles nichts. Im Oktober 2015 muss ­Schürpf unters Messer. Aus Monaten wird zuletzt über ein Jahr.

Schürpf wird ruhig

«Ich ging nur von Kraftraum zu Kraftraum, nahm fast zehn Kilogramm zu, fühlte mich nicht mehr als Teil der Mannschaft. Jennifer hatte nicht mehr ihren aufgestellten Freund, sondern einen ruhigen, in sich gekehrten Typ», sagt Schürpf.

Sie greift seine Hand. «Fussballern tut ja immer etwas weh, aber das war etwas ganz anderes. Der Lebenstraum deines Liebsten hängt am seidenen Faden, und es tut einfach nur weh, ihn so zu sehen», sagt die 23-Jährige.

Die Studentin spricht oft in der Mehrzahl. «Ja, wir! Das war Teamwork!» Jedes Wochen­ende reist sie mit dem Zug fast drei Stunden von Basel, wo sie studiert, nach Sennwald in die Nähe von Vaduz. Sie sitzt Woche für Woche mit Pascal auf die Tribüne. Obwohl sie mit Fussball eigentlich nichts anfangen kann. «Ich verstehe nicht, dass elf Männer, die ­einem Ball nachrennen, so glorifiziert werden», sagt Jennifer.

Einen Fussballer? Wollte sie eigentlich nie. Auch nicht, als sie 2012 im Ausgang Schürpf kennenlernt. «Bei Fussballern gingen immer alle Alarmglocken an. Wenig intelligent, nicht beziehungsfreudig, das braucht eine Frau nicht», sagt sie. Als sie Schürpf 2013 wiedertrifft, beweist ihr das langjährige FCB-Talent das Gegenteil.

Das Leben des jungen Liebespaars damals – rosarot. Bis zu diesem 17. Juli. Dem Tag, als Jennifer die andere Seite des glorifizierten Fussballerlebens kennenlernt. Doch sie sagt: «Ich fand es schön, diese Seite von ihm kennenzulernen. Wenn man am Boden ist, lernt man sich erst richtig kennen. Er hat in all dieser Zeit, in der er litt, nicht einmal den Frust an mir ausgelassen. Davor habe ich grössten Respekt», sagt sie.

Bei Fink in der FCB-Startelf

Schürpf lächelt stolz. Das Lächeln ist zurück auf seinem Gesicht. 440 Tage dauerte seine Super-League-Pause. Jetzt sind die Kilos wieder weg. Jetzt kann er wieder auf dem Platz stehen. Kann wieder beweisen, warum er damals beim FCB in der U21 Topskorer war. Warum er später unter Thorsten Fink in der FCB-Startelf stand.

Heute, da will er nur noch spielen. Wieder glücklich sein. Auch wenn er kein FCB-Star mehr ist. Jennifer stört das nicht. Der Grund: «Dann würde ich ihn mit den zusätzlichen ­Europacup-Spielen ja noch ­weniger sehen ...» Viel lieber wollen sie ab Sommer in ihrer gemeinsamen Wohnung nebeneinander liegen. Und nicht mehr an die Decke starren …

Publiziert am 07.12.2016 | Aktualisiert am 07.12.2016

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