Thun-Präsident Lüthi über Horror-Szenario «Ein Abstieg wäre unser Aus!»

Dem FC Thun steht das Wasser bis zum Hals! Klub-Boss Markus Lüthi erklärt, warum die Berner Oberländer einmal auf Betteltour sind und welche Horror-Szenarien drohen.

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5 GC 18 26:32 22
6 St. Gallen 18 20:27 21
7 Lausanne 18 30:34 18
8 Lugano 18 23:35 18
9 Thun 18 23:34 16
10 Vaduz 18 21:43 16
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Blick: Herr Lüthi, brauchen Sie Nastücher?
Markus Lüthi: Nein, weshalb?

Wegen dem Geflenne.
Ach so, nein! Aber die Solidarität hat mich sehr berührt. Stand heute haben wir 350'000 Franken reingeholt sowie weitere Zusagen in sechsstelliger Höhe.

Die Leute nervt es doch, wenn Sie dauernd betteln.
Ich verstehe, wenn manche Leute es so sehen. Aber einmal haben wir uns beklagt, weil die Strukturen beim Stadionkonstrukt falsch waren. Das zweite Mal, weil die Stadionmiete nicht stimmte. Jetzt brauchen wir bis Dezember eine Million. Sonst müssen wir die Lichter löschen!

Vor kurzem wollte eine indische ­Familie in Thun investieren. Woran scheiterte das Engagement?
Sie wollten Mittel für Transfers und die sportliche Entwicklung bereitstellen, doch es gab weitere europäische Klubs. Schliesslich haben sie sich gegen uns entschieden – vielleicht auch, weil wir damals Letzter waren.

Warum verkauften Sie den Klub nicht an die Inder?
Dies ist nicht unsere Philosophie,  wir vertreten gewisse Ideale. Ausserdem kann ein Verkauf nur durch die Aktionäre an der GV beschlossen werden.

Kann denn überhaupt ein Profiklub im Berner Oberland überleben?
Davon bin ich überzeugt. Wenn ab nächstem Jahr die neuen TV-Verträge in Kraft treten, bezahlen wir mit der zusätzlichen ­Million die Stadionmiete. Doch davor brauchen wir unbedingt eine Million bis Ende 2016 und weitere 500'000 bis Juni 2017. Relevant ist das Darlehen der Stadt Thun (rund 500'000; Anm. d. Red). Sonst ist Schluss!

Soll der Steuerzahler Profifussball unterstützen?
Es handelt sich um ein Darlehen, und der FC Thun ist seinen finanziellen Verpflichtungen immer nachgekommen. Man kann auch fragen: Brauchen
wir Schifffahrt, Handballklub, Stadtfest, sprich alles Kulturelle? Oder wollen wir einfach arbeiten und am Abend vor dem TV ein Bier trinken?

Was, wenn Thun absteigt?
Es ist unser sportlicher Ehrgeiz, dass dies nicht passiert. Ein Abstieg wäre das Aus. Wir könnten unser Stadion in der Challenge League nicht mehr unterhalten.

Sie sind Unternehmer – warum ­investieren Sie nicht selber?
Ich leiste meinen wirtschaftlichen Beitrag, aber ich allein kann den Verein nicht retten.

Publiziert am 19.11.2016 | Aktualisiert am 19.11.2016

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22 Kommentare
  • Patrick  Smart 19.11.2016
    Ich schreibe es zum xten Mal. Die Grossklubs sollten ein Farmteam unterhalten z.B. YB/Thun St.Gallen/Wil Zürich/Winterthur etc. und das Budget entsprechend Aufteilen. Das ist nicht gegen sondern für den FC Thun gedacht. Die Liga braucht die Kleinen genauso wie die Grossen. So könnten auch wieder mehr Schweizer Talente gefördert werden.
  • Simon P.  Wegert aus Bern
    19.11.2016
    Lieber Markus Lüthi, ein Fussballclub, in dem es nur ums Geld, Spielertransfers, Managerlöhne und dergleichen geht, gehört nicht in einem Zug mit Kultur genannt. Fussball ist kein Kulturgut. Denn Kultur lässt sich nicht mit Geld transferieren sondern ist immer lokal verankert und durch lokale Menschen (nicht Präsidenten) manifestiert. Nichts von all dem trifft auf Fussball zu. Es ist ein Business mit steuergünstigem Vereins-Deckmantel. Das weisst Du als ehemaliger FRIAP-Unternehmer ganz genau!
  • ernst  hofmann aus bäch
    19.11.2016
    wenn man so tiefin den schulden ist,wäre es besser das fass zu schliessen.
  • Leon  Gerber aus Olten
    19.11.2016
    Das sind die Vorgaben des Fussballverbandes. Ohne Modernes Stadion keine Lizenz. Deshalb wird überall gebaut.
  • Fritz  Giger 19.11.2016
    Was soll das heissen "sonst ist Schluss??" Fussball wird auch in den unteren Ligen gespielt. Ein Abstieg kann für einen Verein auch ein Glücksfall sein. Es kommt darauf an, was die Vereinsleitung daraus macht. Die nötigen Lehren u. Schlüsse daraus ziehen und sich in der unteren Liga sanieren. Dann wird der Abstieg zu einem Glücksfall. Andere Vereine sind auch diesen Weg gegangen Herr Lüthi.( Lausanne, Xamax, Lugano etc).Dann brauchen sie auch nicht auf Betteltour zu gehen.