
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
play
YB-Yapi im Gespräch mit Gott. (Keystone)
Wer es nicht wusste, erfuhr es während des Penalty-schiessens im Cup-Halbfinal gegen Basel: Yapi ist tief gläubig. Während sich seine Kollegen Schulter an Schulter hielten, kniete der 27-Jährige nieder. Und betete. «Ich hatte in diesem Moment einfach das Gefühl, zu Gott sprechen zu müssen», sagt er. Es half. Yapi versenkte seinen Elfer sicher. Und YB siegte.Doch auch er weiss: Ein Stossgebet gen Himmel und schon gewinnt man Fussballspiele – so einfach ist es nicht. Yapi sagt: «Das ist wie beim Vater und seinem Sohn. Der Sohn bittet den Vater auch immer wieder um Geschenke. Manchmal erhört ihn der Vater. Manchmal nicht. Nur eines ist gewiss: Gott hört mir immer zu.»«Ich will immer das Beste»Das mit Vater und Sohn kennt er auch bestens: Yapi ist Papi. Filius Giovani ist sechs. Seine Verlobte steht kurz vor der Geburt des zweiten Sohns. Termin ist am Montag. Vielleicht passiert es aber auch heute um 21 Uhr. Mitten im Spiel gegen Xamax. Yapi lacht. «Kann sein. Ich wäre bei der Geburt gerne dabei. Aber wenn Gott will, dass ich dann auf dem Platz stehe, dann bin ich halt dort.»Yapi gefällt es in Bern. Zumal er nicht alleine ist. Die Ivorer-Connection mit Seydou Doumbia und Thierry Doubai hat die Liga mächtig aufgemischt. Dennoch sagt der Ex-Spieler von Beveren (Be) und Nantes: «Mein aktuelles Ziel ist es, mit YB Meister zu werden und den Cup zu gewinnen. Aber ich will immer das Beste, immer höher hinaus. Wenn im Sommer das richtige Angebot auf dem Tisch liegt – warum nicht in eine grosse Liga wechseln?» Seine Referenz: 46 Länderspiele mit der derzeit wohl besten afrikanischen Auswahl.Sein Ziel: Ivorische Messen per InternetEr schmiedet aber noch ganz andere Pläne. Er sucht Computer, Webcams sowie Musikinstrumente. Nicht, weil er ein ausgefallenes Hobby hat. «Nein. Ich möchte meine Kirche in Abidjan und ihren Chor unterstützen. Mein Ziel ist es, dass die Messen per Internet live nach Europa übertragen werden können, damit die Ausland-Ivorer live daran teilhaben können.» Am besten würde das über eine Patenschaft gehen. Zumal er in einem zweiten Schritt ein grösseres Ziel hat: «Sollte ich genügend Sponsoren finden, würde ich die Kirche gerne renovieren und ausbauen.» Wer sieht, mit welcher Hartnäckigkeit Yapi Fussball spielt, der ahnt: Er wird auch das stemmen.