Vor seiner brisanten Rückkehr nach Luzern hat Yakin erstmals Kontakt zu Vorgänger Vogel.
Eigentlich wollte sich Muri nicht mit dem gefeuerten Vogel in Verbindung setzen: «Die Informationen, die ich brauche, habe ich auch so», begründet der neue FCB-Coach. Doch als er sein Büro bezog, fand er einen Zettel mit einer Nachricht auf seinem Schreibtisch. Absender: Heiko Vogel.
«Ich fand das sehr positiv, habe mit einem SMS geantwortet. Wir hatten immer ein gutes Verhältnis, und ich habe ihm zu seiner Arbeit beim FCB gratuliert», sagt Yakin. Der Vogel-Nachfolger weiss, dass er «in grosse Fussstapfen tritt. Das ist nicht einfach, aber eine grosse Ehre und eine tolle Herausforderung.»
Doch dann ist es auch schon vorbei mit Blümchen für den «Ex». Einen Seitenhieb gegen Vogel kann sich Yakin nicht verkneifen: «Als gegnerischer Trainer war es zuletzt einfach, sich auf den FCB vorzubereiten.» Oha!
Was Muri meint: Das System und die Spielweise des Hattrick-Meisters haben in jüngster Vergangenheit kaum noch jemanden erstaunt. Sogar ein Team wie das abgeschlagene Schlusslicht Servette war zuletzt auf Augenhöhe. Deshalb fordert der neue Trainer: «Wir wollen flexibler werden, den Gegner überraschen.»
Schon in seiner ersten Woche liess Yakin ein neues System einstudieren. Mit drei Innenverteidigern und zwei offensiven Aussenverteidigern. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass er diese Variante schon morgen in Luzern ausprobiert. «Wir hatten wenig Zeit, dazu waren die Nationalspieler unterwegs.» Muris grosser Poker vor dem Knaller!
Auch wenn Yakin es nicht zugeben will: Sein erstes Spiel mit Basel ausgerechnet beim Ex-Klub FCL ist heiss, brandheiss! Sonntag ist der Tag der Abrechnung – für beide Seiten. Und die Frage: Wie wird Muri in der Swissporarena empfangen?
Dem FCB-Coach ist es egal: «Auch zu meiner Zeit in Luzern habe ich nie um Applaus gebettelt. Wichtig ist, dass die Mannschaft im Vordergrund steht und nicht der Trainer. Es ist im Vorfeld genug spekuliert und provoziert worden.»
Auch FCL-Innenverteidiger Tomislav Puljic will den Kracher nicht noch mit einer persönlichen Abrechnung anheizen. Er bleibt sachlich, obwohl er von Yakin mehrfach hart kritisiert wurde und schon kurz vor einem Abgang zu GC stand: «Wir spielen gegen Basel und nicht gegen Muri. Meine Ansage mache ich auf dem Feld. Er kennt uns bis ins Detail, das ist ein Pluspunkt für ihn. Aber wir werden einen fantastischen Support im Rücken haben.»
Tatsächlich wird die Swissporarena am Sonntag wohl zum Hexenkessel. 13 000 Fans haben sich bereits ein Ticket geschnappt. Die meisten werden Yakin mit Pfiffen empfangen. So viel ist garantiert!
Der Knatsch um die Vertragsmodalitäten zwischen dem FC Luzern und dem im August entlassenen Trainer Murat Yakin hat ein Ende. Wie der FCL mitteilt, hat man sich am Samstag über die Auflösung des Arbeitsvertrages geeinigt, nachdem Yakin neuer Trainer des FC Basel geworden ist. Die beiden Parteien konnten eine für beide Seiten akzeptable Lösung aushandeln, heisst es.
| Platz | Mannschaft | SP | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Basel | 33 | 59:30 | 66 |
| 2 | GC | 33 | 41:30 | 60 |
| 3 | St. Gallen | 33 | 49:32 | 56 |
| 4 | Zürich | 33 | 54:42 | 49 |
| 5 | Sion | 33 | 36:49 | 45 |
| 6 | Thun | 33 | 41:42 | 44 |
| 7 | YB | 33 | 44:43 | 42 |
| 8 | Luzern | 33 | 35:46 | 36 |
| 9 | Lausanne | 33 | 25:47 | 27 |
| 10 | Servette | 33 | 28:51 | 26 |
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