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Der Verdacht kommt aus England. In einigen Pubs von London und Städten ist am Mittwoch nicht etwa das Champions-League-Out von Chelsea vom Vortag das Thema. Nein. Immer wieder wird über ein Spiel aus der Schweizer Liga getuschelt: GC gegen Sion. Wer die Engländer mit ihrer bemerkenswerten Ignoranz gegenüber allem Nichtenglischen in Sachen Fussball kennt, sperrt da die Ohren auf. Wenn das Resultat des Spiels in der Schweiz interessanter ist als die Königsklasse, stinkt das zum Himmel. Das sagt sich auch ein Szenekenner, weshalb er Informationen in die Schweiz liefert.
Diese gelangen zu Sion-Boss Christian Constantin. Der Walliser Architekt zählt eins und eins zusammen und wird aktiv: «Ich habe umgehend Bundesanwalt Alberto Fabbri kontaktiert und ihn ersucht, ein Verfahren einzuleiten.» Blick.ch verbreitet die Meldung gestern Abend exklusiv.
Denn plötzlich sieht Constantin eine Szene vom Mittwoch in einem ganz anderen Licht: Den Platzverweis gegen seinen Spieler Geoffroy Serey Die (26). Eine Aktion von seltener Dämlichkeit. Der Ivorer ist in einen Zweikampf mit GC-Talent Toko verwickelt. Als beide wieder stehen, langt Serey Die dem jungen Hopper ins Gesicht. Für Schiri Jérôme Laperrière eine Tätlichkeit. Er zückt umgehend die Rote Karte.
Was die ganze Sache speziell macht: Es ist schon der fünfte Platzverweis gegen den routinierten Spieler – und das in nur gut anderthalb Saisons. Und einige dieser Roten Karten waren, wie die letzte, kaum verständlich. Auf jeden Fall regt sich CC über den fünften Marschbefehl gegen seinen Fendant-Rüpel derart auf, dass er ihn in sein Büro zitiert und ihm dort eröffnet, er könne bis Ende Saison umsonst spielen.
Konkret: Er auferlegt ihm eine Busse in der Höhe eines Drittels des Jahreslohns. Das sind rund 90 000 Franken. Rekord im Schweizer Fussball! Serey Die mochte am Donnerstag weder sein Verhalten noch die Busse kommentieren. Er sagt bloss, dass er sich beim Team entschuldigt habe und er untröstlich sei. Nach der gestrigen Galavorstellung von Sion gegen Luzern (5:2) – ohne Serey Die – war er für eine Stellungnahme zum ungeheuerlichen Verdacht seines Präsidenten nicht zu erreichen.