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Carlos Varela (32) kämpft mit den Tränen, als er sein Team informiert: «Ich höre auf.» Per sofort löst er seinen Vertrag bei Xamax auf.
Kurz davor im Büro von Xamax-Sportchef Paolo Urfer. Varela bittet Urfer um die Auflösung des Vertrags, der noch bis Ende Saison läuft: «Ich will kein Geld. Ich will einfach nie mehr in der Schweiz Fussball spielen. Ich habe genug von der Berner Mafia.»
Was ist passiert? Varela wird von Disziplinarrichter Roy Maybud für drei Spiele gesperrt. Der Grund: Schiedsrichter-Beleidigung. Am letzten Samstag soll Varela nach dem Match gegen den FCZ (3:4) Schiri-Assistent Devis Dettamanti verbal attackiert haben.
Schiri Laperrière schreibt in seinem Rapport: «Varela hat den Assistenten beleidigt und ihn Scheisskerl genannt.»
Pikant: BLICK filmte die Szene, von «Scheisskerl» ist nichts zu hören. Liga-Sprecher Roger Müller zu BLICK: «Vielleicht ist auf dem Video nicht die ganze Szene drauf.» Richter Maybud will sich zur Sache nicht weiter äussern.
Varela hat die Schnauze voll. «Ich bin leer, habe keine Kraft mehr, mich voll auf den Fussball zu konzentrieren. So kann man mich nicht brauchen.»
Varela ist froh über den BLICK-Video-Beweis
Der spanisch-schweizerische Doppelbürger schwört, den Schiri-Assistenten am Samstag nicht beleidigt zu haben. «Ich habe nur gefragt, warum er für uns keinen Penalty gepfiffen hat und wieso er Angst hatte, Magnin Rot zu zeigen. Ich bin deshalb froh, dass das BLICK-Video dies beweist.»
Besonders bitter: Ausgerechnet für die neue Saison hat sich der Mittelfeldspieler vorgenommen, brav zu sein. Nach Jahren der Verwarnungen, Platzverweise und Wortgefechte mit Schiris und Gegnern wollte sich Varela bessern. «Ich habe in der neuen Saison noch keine Karte kassiert, bin den Schiris mit Respekt begegnet. Jetzt werde ich für drei Spiele gesperrt. Ich lege keinen Rekurs mehr ein. Die Meinungen in Bern sind sowieso gemacht.»
Xamax akzeptiert Varelas Wunsch. «Schade, aber ich verstehe Carlos», sagt Urfer. «Frei und Huggel könnte man für dasselbe jeden Match sperren.»
Die Karriere will Varela noch nicht beenden. «Aber jetzt wird erst mal kein Wecker mehr am Morgen klingeln, damit ich ins Training gehe. Vielleicht habe ich sogar zu viel Fussball-Leidenschaft. Aber so bin ich. Das ist Carlos Varela.»
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Carlos Varela. (Benjamin Soland)