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Carlos Varela freut sich ganz anständig über ein Tor für seinen neuen Verein. (Reuters)
Blick: Vom Titelaspiranten YB zum Abstiegskandidaten Xamax: Ein ziemlicher Rückschritt.
Carlos Varela: Überhaupt nicht! Xamax ist ein Traditionsverein. Die Ziele in Neuenburg sind anders als in Bern. Die Hälfte der Spieler ist kaum 20-jährig. Ich soll hier Verantwortung übernehmen. Das tue ich gerne.
Warum waren Sie bei YB nicht mehr erwünscht?
Es gab Ende Saison ein Gespräch mit Trainer Petkovic, Sportchef Baumann und CEO Niedermaier. Der Trainer wollte frische Kräfte, junge Spieler. Mit 32 Jahren passe ich nicht mehr in dieses Konzept.
Ihre Bekannten sagen, Sie seien niedergeschlagen gewesen, nachdem sie bei YB ausgemustert wurden.
Es ist nicht leicht, wenn man von einem Tag auf den anderen vom Stammspieler zum unerwünschten Spieler wird. Aber ich bin seit 14 Jahren Profi. Ich kenne das Geschäft.
Gab es andere Angebote?
Grenoble und Nantes waren interessiert. Ich hätte pokern können, aber das liegt mir nicht. In zwei Jahren ist für mich ohnehin Schluss mit Profi-Fussball. Xamax hat von Anfang an signalisiert, dass es mich unbedingt will.
Wie haben Sie sich bei Xamax eingelebt?
Ich fühle mich wohl. Ich kannte die Trainer schon, auch einige Mitspieler. Die Stimmung ist super. Der gute Auftakt gegen Bellinzona und Zürich hat eine Euphorie ausgelöst. Wir sind Tabellenführer. Es ist, wie wenn man das gelbe Trikot bei der Tour de France trägt. Am Samstag wollen wir die Spitzenposition in St. Gallen verteidigen.
Für die gegnerischen Fans sind Sie eine Reizfigur.
Meine Art Fussball zu spielen polarisiert. Wäre ich Ersatzspieler, würden die Fans nicht pfeifen. Ich bin einer, der gerne seine Meinung sagt – auch auf dem Platz. Vielleicht hätte ich manchmal besser geschwiegen. Aber wissen Sie was? In der letzten Saison habe ich nur fünfmal Gelb gesehen. Ich werde richtig brav.