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Die Finanzprobleme von GC sind bekannt. Auch wenn sich eine gewisse Morgenröte am finsteren Horizont abzeichnet – für die Lizenz 2010/2011 fehlen den Hoppers immer noch rund 4,5 Millionen Franken.
Geld lässt sich am leichtesten mit Transfers generieren. GC hat mehrere U17-Weltmeister in seinem Portfolio. Die Logik ist zwingend: Wenn schon verkaufen, dann jetzt, da Seferovics WM-Tore in Nigeria noch frisch sind.
Noch ist allerdings nicht alles in trockenen Tüchern. Noch fehlt die Unterschrift von Haris unter den Arbeitsvertrag. Noch sind einige Details zu klären, vor allem finanzielle. Und es lauern immer noch Juventus und Udinese.
Doch Fiorentina hat auf seiner Homepage den Zuzug bereits vermeldet. Inklusive Vertragsdauer: bis 2016. Wie lief der Deal mit dem Champions-League-Achtelfinalisten (gegen Bayern München!) ab?
Gestern Morgen holte der bosnisch-schweizerische Doppelbürger bei Trainer Ciri Sforza die Erlaubnis zum Verhandeln ein. Dann ging alles schnell. «Die Klubs wurden sich einig», sagt Georges Perego, Geschäftsführer Sport von GC.
Die Summe, die GC lockte: Zwei Millionen Franken netto fliessen in die Klubkasse. Damit hat man die halbe Lizenz schon im Sack.
Seferovic fuhr anschliessend mit seinem Berater Max Urscheler in die Stadt der Paläste am Arno. Es folgte der medizinische Check. Und danach die Vertragsverhandlungen. Perego: «Wenn alles klappt, ist Haris ab sofort bei der Fiorentina.»
Will heissen: Ein vorläufiges Parkieren bei GC ist kein Thema. So, wie es auch Hansruedi Hasler wohl gern gesehen hätte. Was der technische Berater des Verwaltungsrats diesem empfohlen hat, legt er nicht offen. «Ich bin Berater von GC, nicht des BLICK. Und in die Transfers bin ich grundsätzlich nicht involviert.»
Aber Hasler hält an seiner Maxime fest, wonach es das bessere Modell sei, junge Spieler zuerst Lehrjahre in der Heimat absolvieren zu lassen. «Mit einer Ausnahme: Wenn ein Klub in Bezug auf Talentausbildung eine sehr gute Infrastruktur hat. Allerdings kenne ich die Details im Fall Fiorentina nicht.»
Ähnlich sagte es auch Seferovics Berater Urscheler. Doch jetzt, wo das schnelle, grosse Geld lockt, ist alles kalter Kaffee. «Es war ganz klar der Wunsch des Spielers und vor allem der Eltern. Sie sind hell begeistert», begründet Urscheler. Darüber dürfe er doch nicht einfach hinwegsehen. «Zumal das Projekt Fiorentina zu interessant ist. Aber Haris muss wissen, dass er nicht sofort spielt.»
Hoffentlich hat Seferovic gut zugehört. In der Super League kam er in zwei Saisons zu 38 Einsatzminuten. Und die Stürmer Nr. 1 und 2 in der Toskana heissen: Alberto Gilardino und Dopingsünder Adrian Mutu. Für den wird Ersatz gesucht. Und der heisst nicht Seferovic. Dessen Zukunft liegt wohl im Frühling. In der Primavera. So heissen in Italien die Nachwuchsteams.