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Abheben? Für Heinz Hermann (50) ein Fremdwort. Sein Jubel nach dem Aufstieg war zurückhaltend. Jener nach der 2:1-Sensation auf der Luzerner Allmend auch. Heinz, der neue Ländle-Fürst? «Nein, nein. Es ist erst ein Spiel gespielt. Da kann noch viel passieren. Selbst für eine Standortbestimmung ist es noch zu früh. Das Einzige, was es festzuhalten gilt: Diese drei Punkte kann uns niemand mehr nehmen.» Weise Worte. Fürstliche.
Im Vorfeld der Saison waren die Aufsteiger aus Liechtenstein mit sehr wenig Kredit bedacht worden. Ein kaum verstärktes Challenge-League-Team – keine Chance. Doch schon in Luzern haben sie gezeigt: Das muss nicht so sein. Und den Sieg hätten sie nicht nur mit guter Organisation und mit viel Einsatz geholt, betont auch Hermann: «Wir haben immer wieder die Tiefe gesucht, uns Torchancen kreiert. Wir haben diese drei Punkte wirklich verdient.»
Am Donnerstag kommts nun gegen Aarau zur Super-League-Premiere im schmucken Rheinpark-Stadion. Und weil Aarau gegen Sion 3:1 gewonnen hat, lautet die Affiche: Zweiter gegen Ersten!
Spieler Michele Polverino erwartet deshalb, dass Aarau mit mehr Respekt ins Ländle kommt als ihn die Luzerner auf der Allmend gezeigt haben. Und dann wird der –zusammen mit Beni Fischer – einzige Liechtensteiner in der Startaufstellung fast so etwas wie aufmüpfig: «Wir dürfen uns nicht alles gefallen lassen, was über uns gesagt wurde. Wir haben bewiesen, dass wir nicht so schlecht sind, wie das in der Schweiz alle gedacht haben.»
Was den Vaduzern jetzt noch zum grossen Glück fehlt, sind Zuschauer. Deshalb frei nach der Redewendung «Gehe nicht zu deinem Fürsten, wenn du nicht gerufen wirst» der Hermannsche Appell: «Es ist fast ein Muss, dass die Liechtensteiner uns nun unterstützen. Das Team hätte es verdient.»
Zur Illustration ein paar Zahlen: Handgezählte 97 Fans verloren sich am Sonntag im Gästesektor der Allmend. In Luzern kann sich niemand erinnern, dort jemals derart wenige Fans gesehen zu haben. Und: Der Zuschauerschnitt von Vaduz lag letzte Saison bei 1217. Selbst Delsberg hatte mehr Fans.
Heinz Hermann – ein Fürst, vielleicht, aber ohne Volk, gewiss.
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Ziel vor Augen: Beim Super-League-Debüt von Vaduz zeigte Heinz Hermann seinen energischen Willen. (Toto Marti)