Jubel, Trubel, Del Piero. In der Zwischenzeit gehen die Sion-Spieler bis frühmorgens in den Ausgang – und verlernen das Fussballspielen.
Sion-Coach Sébastien Fournier konnte nach dem 0:3 gegen St. Gallen nicht anders, weil jeder weiterer Vertuschungsversuch seinem Naturell widersprochen hätte. «Ich habe keine Lust, über das Spiel zu sprechen. Mir liegt ein Vorfall seit zehn Tagen auf dem Magen. Das muss raus.» Die Lauscherchen werden gespitzt. Vorfall? «Drei Spieler – Darragi, Manset und Adao – haben die Nacht vom Freitag auf Samstag vor dem FCZ-Spiel im Ausgang in Lausanne verbracht. Entsprechend spielten sie beim 0:1 im Letzigrund. Das hat die Mannschaft destabilisiert. Dabei entscheiden heutzutage Details.» Bis morgens um 6 Uhr waren die Spieler am Tag vor dem Spiel unterwegs!
Fournier moniert den Mangel an Respekt den Mitspielern gegenüber, den Fans, dem Trainer. Über Sanktionen, so der Coach, werde man mit der Klubleitung in der Nati-Pause in aller Ruhe reden. «Zudem hat Darragi in den letzten drei Wochen fünf, sechs Trainings gemacht. Wie soll einer da fit sein?» Die Frage ist rhetorisch. Die Antwort gibts auf dem Platz. Der Tunesier ist ein einziges Ärgernis. Langsam, pomadig – und immer zu Boden gehend.
Er ist die Speerspitze einer Mannschaft, die gegenüber dem Saisonbeginn nicht mehr wiederzuerkennen ist. Doch Selbstkritik? Michael Dingsdag sagt einzig, dass man 75 % Ballbesitz gehabt habe, der Gegner 2-mal aufs Tor geschossen und 2 Tore gemacht habe. Nichts vom grottenschlechten Aufbau. Nichts von der totalen Fantasielosigkeit. Dabei sind diese Dinge derart offensichtlich, dass sich Sion-Boss Christian Constantin schon nach 25 Minuten auf seine Kommandobrücke neben der Spielerbank begibt.
Und als der schwache Ref Amhof das Spiel abpfeift, murmelt CC etwas wie: «Hat einer diese Wechsel verstanden?» Nicht wirklich. Aber wenn man sieht, dass mit Manset und Adao zwei Nachtwandler auf der Bank sassen und der Coach null Bock hatte, diese zu bringen, erscheinen sie in einem etwas anderen Licht.
Ein Trainer, der angeschlagen ist und sich von seinen Spielern hintergangen fühlt. Ein Teamleader (Dingsdag), der sagt, dass nun gut sei, dass die Spekulationen darüber vorbei seien, wer alles noch kommen könne. Eine Diva (Darragi), die den Zapfenstreich massiv überzieht und körperlich nicht mal Drittliga-Niveau hat. Fans, die durchdrehen, sich nach dem Spiel prügeln. Und Pyros schmeissen, die Daniel Lopar fast am Kopf getroffen hätte. Der St.-Gallen-Goalie hatte riesiges Glück, dass die bis zu 1000 Grad heisse Fackel ihn um Zentimeter verfehlte.
| Platz | Mannschaft | SP | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Basel | 33 | 59:30 | 66 |
| 2 | GC | 33 | 41:30 | 60 |
| 3 | St. Gallen | 33 | 49:32 | 56 |
| 4 | Zürich | 33 | 54:42 | 49 |
| 5 | Sion | 33 | 36:49 | 45 |
| 6 | Thun | 33 | 41:42 | 44 |
| 7 | YB | 33 | 44:43 | 42 |
| 8 | Luzern | 33 | 35:46 | 36 |
| 9 | Lausanne | 33 | 25:47 | 27 |
| 10 | Servette | 33 | 28:51 | 26 |
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