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Sion-Kapitän Olivier Monterrubio wechselt zurück in die Heimat. Der Spielmacher schliesst sich dem Mittelfeldklub Lorient an. (Keystone)
Alles wunderbare Fussballer. Diesen Tenor der Ausser-Walliser hört man in Sion nicht gerne. Denn diese «wunderbaren Fussballer», von denen acht Nationalspieler sind, spielen mit grosser Regelmässigkeit einen Schrott zusammen, den man ihnen nicht mal im Traum zutraut.
Tiefpunkt: der unterirdische Auftritt mit null Torchancen beim 1:1 gegen Luzern. «Wir sind Abstiegskandidat Nummer 1», sagt Präsident Christian Constantin deshalb. Und meint das durchaus ernst.
Zumal nun zweimal hintereinander mit dem FC Zürich der Leader wartet. Setzt es zwei Schlappen ab, und gewinnt Luzern zweimal gegen Vaduz, hat Sion plötzlich nur noch drei Punkte Abstand auf den Abstiegsplatz.
Und CC ist der Hauptschuldige an der Misere. Er ist es, der das Team zusammenstellt. Er ist es, der zugelassen hat, dass die Hierarchie innert kürzester Zeit total zerstört worden ist. Als Sion vorletzte Saison als bester Aufsteiger aller Zeiten (Rang 3) Geschichte schrieb, hatte es noch Typen im Team wie Vailati, Borer, Gelson, Chedli, Gaspoz und João Pinto. Dazu Obradovic, Sarni und Bühler. Sie gaben den Takt vor. Sie rissen auch mal den Mund auf.
Selbst Trainer Bertine Barberis stellt konsterniert fest: «Wir haben nur Choleriker oder ruhige Typen im Team.» Und er weiss auch warum: «Bei der Zusammenstellung einer Mannschaft muss der charakterliche Aspekt stark mitbestimmend sein.» Und das hat Constantin nicht beachtet.
Der Captain heisst Olivier Monterrubio, ist ein glänzender Fussballer. Aber auch der ehemals beste Passeur der Ligue 1 liess sich im Wallis infizieren. Mittlerweile hat er sich ins Schneckenhaus zurückgezogen und redet kaum noch. Kein Wunder sagt Barberis: «In der aktuellen Situation übernimmt niemand Verantwortung.»
Und die übrigen Leithammel? Obradovic spielt manchmal, mal ist er Ersatz, mal ist er – wie gegen Luzern – nicht einmal im Aufgebot. «Weil er Nicht-EU-Spieler ist, und wir Angst hatten, in der Hektik einen sechsten Ausländer einzusetzen», so Barberis abstruse Begründung. Der Serbe will sich zur Situation nicht äussern: «Kein Kommentar!»
Und auch die Positionen von Sarni und Bühler werden von den Trainern alles andere als gestärkt.
So bleibt unter dem Strich ein total verunsichertes Team und ein Trainerduo Barberis/Zermatten, dem CC und Sportchef Fredy Chassot unentwegt dreinreden.
Die Zeche bezahlen würden bei weiteren Misserfolgen aber auf jeden Fall die Coachs. Und als Feuerwehrmann könnte CC jenen Mann zum vierten Mal zum Sion-Trainer machen, der mit dem Klub schon letzte Saison die Klasse gehalten hat: Alberto Bigon.
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CC holte viele talentierte Spieler ins Wallis, aber der Charakter geht der Mannschaft ab. (Keystone)