Unter der Sonne von Marbella So wars im FCB-Trainingslager

MARBELLA (SP) - BLICK-Reporter Heiko Ostendorp berichtete in seinem Online-Tagebuch täglich aus dem FCB-Camp in Andalusien.

  • Publiziert: 16.01.2012, Aktualisiert: 27.01.2012
  • Von Heiko Ostendorp aus Marbella

Liebes FCB-Tagebuch (18. Januar)

Im dritten Test des neuen Jahres führt Basel Marokko vor. In einem 40-minütigen Test muss Marokkos Nati fünf Tage vor dem Start zum Afrika-Cup gegen den FC Basel zum Teil bös unten durch.

Heiko Vogel bringt die gestern gegen Videoton FC noch geschonten Granit Xhaka, Shaqiri, Huggel und Abraham in der Startelf. Trotz Chancenplus bleibts beim 0:0.

Auf dem Platz geraten sich Xherdan Shaqiri und Marokkos Superstar Youssef Hadji (spielt bei Stade Rennes) in die Haare. Der nordafrikanische Stürmer fühlt sich von einem leichten Rempler von Shaq-Attack ungerecht behandelt.

Liebes FCB-Tagebuch (15. Januar)

Über fehlende Prominenz kann sich der Schweizer Meister im Trainingslager wahrhaft nicht beklagen. Erst trainierte man Platz an Platz mit Legenden wie Erik Gerets und Ronald Koeman, dann schaute Ruud van Nistelrooy beim Testspiel vorbei.

Noch grösser ist der Promi-Auflauf im Teamhotel «Estrella de Mar». Dort findet in diesen Tagen die «Uwe Seeler Golf Trophy» statt. Neben dem ehemaligen HSV-Star tummeln sich Ex-Nationalspieler wie Olaf Thon, Stefan Reuter, Marco Rehmer oder Bernd Schuster.

Dazu ehemalige Trainer wie Peter Neururer und Willi Reimann, Sportjournalisten wie Jörg Wontorra und Klubverantwortliche wie Heribert Bruchhagen oder Christian Hochstätter. Tagsüber schwingen die Promis den Golfschläger, am Abend die Gläser. Beides auf recht hohem Niveau...

Feucht fröhlich, laut und lange geht es zu und her – das bekommen auch die FCB-Profis mit. Frei und Co. haben in den letzten Tagen des öfteren den ein oder anderen «Star» durch die Lobby torkeln sehen.

Was der Alkohol anrichten kann, zeigt folgende Anekdote: ein Klub-Exponent (Name der Redaktion bekannt...) verwechselte zu später Stunde Beni Huggel mit Marco Streller.

Dabei hat einer der beiden schon in seinem Klub gespielt! Am Samstag durften sich übrigens auch die FCB-Profis von den Strapazen der Vorbereitung erholen und im Ausgang in Marbella den ein oder anderen Drink genehmigen.

Am Sonntagmorgen stand aber schon wieder ein Strandlauf auf dem Programm, danach gings in den Spa-Bereich.

Liebes FCB-Tagebuch (14. Januar)

Im zweiten Test des neuen Jahres gegen Feyenoord Rotterdam schont Heiko Vogel einige Stars wie Marco Streller, Alex Frei und Yann Sommer. Nach 15 Minuten geht der Tabellenfünfte der holländischen Eerendivisie durch Guidetti mit 1:0 in Führung, Jacques Zoua gleicht mit einem Volleyschuss nach Shaqiri-Flanke aus, Scott Chipperfield trifft nach einem schönen Pass von Markus Steinhöfer zum 2:1 für den FCB. Zoua gelingt das 3:1.

Bitter, dass sich Valentin Stocker am Oberschenkel verletzt. Stocker fliegt am Sonntag nach Basel und wird dort untersucht. Der Match vor rund 500 Fans im Marbella Football Center ist hochklassig. Vor den Augen von Ciriaco Sforza, der sich mit GC ebenfalls in Andalusien auf die Rückrunde vorbereitet, dreht Feyenoord nochmal auf.

Schaken (54.) und Guidetti (67.) sorgen für den 3:3-Endstand. Am Rande des Testspiels sickerte durch, dass der von Blick.ch angekündigte Wechsel von Taulant Xhaka zu den Grasshoppers in den nächsten Tagen über die Bühne geht. Der Match gegen Feyenoord dürfte sein vorerst letzter für den FCB gewesen sein. Der Rechtsverteidiger soll für eineinhalb Jahre ausgeliehen werden.

Heiko Vogel: «Bin mit dem Spiel sehr zufrieden in Anbetracht dessen, dass die Holländer nächste Woche beginnen. Wir haben noch etwas Zeit. Ich hoffe, dass die Verletzung von Stocker nicht so gravierend ist.»

Ronald Koeman: «Auch ich denke, dass es ein guter Test war. Basel hat eine hohe Qualität. Wir hatten eine gute Woche ohne grosse Probleme – das ist das Wichtigste.»

Neue Hüfte für Streller (13. Januar)

Der FC Basel steht im Fokus wie wohl noch nie in der Vereinsgeschichte. Das merkt man auch in Andalusien. Am Donnerstag mussten Boss Bernhard Heusler und Coach Heiko Vogel dem deutschen Sportinformationsdienst in Interviews Rede und Antwort stehen.

Extra für eine Geschichte über den Schweizer Meister, dessen Nachwuchsarbeit und die ungewöhnliche Situation mit einem Nord- (Pak) und einem Südkoreaner im Team, sind nun ein Reporter samt Fotograf von ESPN aus Irland angereist.

Beim Morgentraining konnten sich die Journalisten ein Bild machen von der Qualität, die im Kader des Champions-League-Achtelfinalisten schlummert.

Immer wieder knallten Streller und Co. die Bälle in die Maschen, mit unglaublichem Selbstvertrauen. Die Gäste staunten nicht schlecht, doch zu einem Treffer Marke Tor des Jahres kam es trotzdem nicht.

Auch wenn Streller gefühlte 100mal versuchte, die butterweichen Flanken von Stocker, Shaqiri und Degen per Fallrückzieher zu versenken. Der FCB-Captain landete ein ums andere Mal auf dem harten Rasen.

So oft, dass der Teamarzt bereits per Telefon eine neue Hüfte für «Strellinho» bestellen wollte. Vielleicht hat sich der Ex-Nati-Stürmer sein persönliches Traumtor ja auch für ein besonderes Spiel aufgehoben. Zum Beispiel für den Match am 22. Februar gegen Bayern München und seinen Kumpel Mario Gomez. Dann würde sicher nicht «nur» ESPN über den FCB berichten.

Knöchelprellung bei Fabian Frei (12. Januar)

Der erste Test des FC Basel im Trainingslager in Marbella ist ein müder Kick. Gegen den holländischen Erstligisten NEC Nijmegen gibts ein 0:0.

Die beste Chance zum Sieg für den Schweizer Meister vergibt Stephan Andrist, der mit einem Schuss aus rund 10 Metern scheitert.

Ansonsten sorgt nur die harte Gangart der Holländer für Aufregung. FCB-Coach Heiko Vogel: «Ich will nicht weinen, aber ich weiss nicht, ob man in einem Testspiel so reingehen muss.»

Leidtragender ist Fabian Frei, der nach einem rüden Einsteigen des Gegners ausgewechslet werden muss und mit einer Prellung am rechten Knöchel wohl ein paar Tage pausieren muss. (H.O.)

Liebes FCB-Tagebuch (12. Januar)

In Andalusien geben sich die Stars die Klinke in die Hand. Nicht nur die Basler Champions-League-Helden und Thorsten Fink mit seinem HSV bereiten sich an der spanischen Küste auf die Rückrunde vor.

Auf der Anlage des Marbella Football Center tummeln sich grosse Namen des europäischen Fussballs. Zeitgleich mit dem FCB trainiert der Belgier Erik Gerets die Nationalmannschaft von Marokko. Seine Einheiten ziehen am meisten Zuschauer an, viele Marokkaner leben in der Nähe von Marbella.

Zwei Plätze weiter lässt Holland-Legende Ronald Koeman seine Truppe schwitzen. Feyenoord Rotterdam ist am Samstag auch Testspielgegner des Schweizer Meisters.

Doch damit nicht genug. Die Teams ziehen auch alte Bekannte an. Am Mittwoch schaute beispielsweise Ruud van Nistelrooy mit seinem Sohn Liam beim Kick seines Ex-Klubs Hamburger SV gegen einen spanischen Drittligisten vorbei.

Einen Abend zuvor hatten die FCB-Profis dem Stürmer des FC Malaga noch beim 0:1 gegen Real Madrid in der Copa del Rey auf die Füsse geschaut.

Fast unbemerkt kam es zwischen den Promi-Aufläufen auch noch zu einer bemerkenswerten Szene. Alex Frei und Mladen Petric begrüssten sich per Handschlag, tauschten einige Worte aus.

Die beiden galten nicht immer als beste Freunde. Doch unter der spanischen Sonne sind alte Geschichten offenbar weit, weit weg.

Liebes FCB-Tagebuch (11. Januar)

Die Anreise vom Hotel zum Trainingsplatz des FC Basel kommt einer Irrfahrt gleich. Ein Kreisel folgt auf den nächsten, ein Kaff gleicht dem anderen. Dazu weiss eigentlich niemand genau, wo sich das Marbella Football Center befindet – und die Adresse kennt das Navigationssystem ohnehin nicht. Also hilft nur durchfragen.

An einem Fussballplatz in San Pedro (wo auch immer das ist) fragen wir einen Ghanaer, der mit seiner Sporttasche am Strassenrand steht, nach dem Weg. Weil sich die Konversation eher schwierig gestaltet, da seine Skizze (siehe Foto rechts) nicht wirklich aussagekräftig ist und die Zeit drängt, hüpft Toffic kurzerhand zu uns ins Auto und bringt uns nach diversen Umwegen endlich ans Ziel.

Der Mann hat aber nicht nur Ahnung, sondern auch eine spannende Lebensgeschichte: er ist der Cousin vom Ex-Dortmunder Ibrahim Tanko, wuchs im gleichen Dorf auf wie Sammy Kuffour und kickte mit dem ehemaligen Bayern-Star auf den staubigen Plätzen von Kumasi.

Heute ist Toffic Koch in Andalusien – und in diesem Winter leider ohne Job. Mit dem geplanten Probetraining beim FCB wird es für ihn zwar nichts: «Er hat ein paar Kilozu viel auf den Rippen», scherzt Sportkoordinator Georg Heitz. Trotzdem ist Toffic ab sofort Basel-Fan und drückt dem Schweizer Meister von nun in der Champions League die Daumen.

Aber nur, bis es gegen seinen Lieblingsklub Real Madrid geht. Deren Match in der Copa del Rey gegen Malaga (1:0 für Real) darf er am Abend live im Stadion mitverfolgen. Das Ticket haben wir ihm offeriert. Schliesslich würden wir ohne ihn wahrscheinlich immer noch zwischen San Pedro und Marbella herumirren.

10. Januar: Tag 1 im FCB-Trainingslager

Rund 15 Minuten zu früh setzte der Easyjet-Flieger mit den FCB-Stars in Andalusien bei 15 Grad Celcius auf. Doch so ganz easy verlief die Anreise nach Spanien trotzdem nicht.

Genseric Kusunga hatte seinen Pass vergessen, bei Jacques Zoua gabs Probleme aufgrund seines Visums.
Und im ganzen Chaos beim Checkin liess Team-Manager Gusti Nussbaumer auch noch seinen Laptop am Airport Mulhouse liegen.

Zum Glück hatte das Bodenpersonal aufgepasst und lieferte den Computer noch vor dem Abflug unter dem Gejohle der Spieler in den Flieger.

Kurz vor der Landung sorgte dann der Steward mit sympathischem Akzent à la Gilbert Gress für Gelächter bei Frei und Co. Erst begrüsste er die Basler Reisegruppe in «Matschalakala» statt in Malaga. Dann verabschiedete er sich mit den Worten: «Hoppla FCB» statt «Hopp FCB».

Am Dienstagmorgen hielt der Schweizer Meister dann sein erstes Training im Marbella Football Center ab – und traf dabei auf einen alten Bekannten!

Auch Thorsten Fink trainiert mit seinem HSV auf der gleichen Anlage. Der Ex-Coach des FCB hat aber im Vorfeld offenbar dafür gesorgt, dass man zumindest nicht direkt nebeneinander praktiziert.

Dies dürfte auch damit zu tun haben, dass die Hamburger ein Angebot über 8 Millionen Franken (exklusiv im BLICK) für Granit Xhaka (19) abgegeben haben und man nicht zusätzlich Öl ins Feuer giessen will.

Ob der Poker um das Mittelfeld-Juwel weitergeht, wird sich zeigen. Um mit seinem Wunschspieler zu sprechen, hat es Fink in diesen Tagen jedenfalls nicht allzu weit...

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2 FCB-Flegel Dragovic muss sich bei Maurer persönlich entschuldigenbullet
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