Kontrollfreak: So geht Constantin gegen Spieler vor
Die Kontroll-Methoden des Sion-Bosses sind aussergewöhnlich. Wenn ihm etwas verdächtig vorkommt, kennt er kein Pardon.
Von Alain Kunz | Aktualisiert um 13:57 | 23.11.2009
Christian Constantin, kurz CC, ist der bunte Hund unter den Super-League-Präsidenten. Ein Mann, der gerne prozessiert und Verschwörungstheorien verbreitet, wenn sie ihm in den Kram passen. Gleichzeitig ist er ein Kontrollfreak. Sein Credo: «Der erste Ort, an dem du Ordnung haben musst, ist dein eigenes Haus.» Drei Möglichkeiten sieht er, um Verdachtsmomente abzuklären.
1. Das Abhören von Telefongesprächen. «Vor unserem Uefa-Cup-Rückspiel gegen Olympique Marseille 1994 hatte ich Zweifel. Der Tapie-Skandal war noch präsent. Deshalb holte ich die Bewilligung zum Abhören der Telefongespräche ein. Und siehe da: Spieler Roberto Assis wurde tatsächlich 40 Mal angerufen.»
Die Nummer des Anrufers gehörte einem OM-Mittelsmann. Dieser habe Assis – er ist der Bruder und Berater von Superstar Ronaldinho – einen Vertrag in Marseille in Aussicht gestellt, sollte OM im Europacup weiter im Wettbewerb bleiben.
«Wir liessen Roberto zuerst auf der Ersatzbank. Er kam im Verlauf des Spiels aber rein – und verschoss prompt einen Penalty. Da die Art, wie er den Elfer verschoss, aber unverdächtig war und wir uns trotzdem qualifizierten, endete die Sache hier.»
2. Der Einsatz von Privatdetektiven. «Ein Beispiel: Die Leistungen des Spielers Steffen Karl waren für mich suspekt. Der Privatdetektiv brachte dann in der Tat Unregelmässigkeiten an den Tag. Das war 1994 und wir schoben Karl wieder ab. Mich überraschte keineswegs, dass der Deutsche dann 2005 in den Hoyzer-Wettskandal verwickelt war.» Karl wurde wegen Manipulations-versuchen in zwei Fällen zu neun Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt.
3. Das Überprüfen der Sion-Firmenautos. CC bittet die Polizei, sporadisch ein Auge auf die Kontrollschilder der Klubautos zu werfen. Speziell an verdächtigen Locations wie Nachtklubs und dies vorzugsweise zu später Stunde. «So erwischte ich beispielsweise den Spieler Alvaro Saborio nachts um vier an einer Latino-Party in Lausanne. Er stritt natürlich alles ab, sagte, er habe das Auto einem Kumpel geliehen.» Dumm nur für den Nationalspieler von Costa Rica, dass er auf der Rückfahrt morgens um halb fünf von einem Radar geblitzt wurde.
1. Das Abhören von Telefongesprächen. «Vor unserem Uefa-Cup-Rückspiel gegen Olympique Marseille 1994 hatte ich Zweifel. Der Tapie-Skandal war noch präsent. Deshalb holte ich die Bewilligung zum Abhören der Telefongespräche ein. Und siehe da: Spieler Roberto Assis wurde tatsächlich 40 Mal angerufen.»
Die Nummer des Anrufers gehörte einem OM-Mittelsmann. Dieser habe Assis – er ist der Bruder und Berater von Superstar Ronaldinho – einen Vertrag in Marseille in Aussicht gestellt, sollte OM im Europacup weiter im Wettbewerb bleiben.
«Wir liessen Roberto zuerst auf der Ersatzbank. Er kam im Verlauf des Spiels aber rein – und verschoss prompt einen Penalty. Da die Art, wie er den Elfer verschoss, aber unverdächtig war und wir uns trotzdem qualifizierten, endete die Sache hier.»
2. Der Einsatz von Privatdetektiven. «Ein Beispiel: Die Leistungen des Spielers Steffen Karl waren für mich suspekt. Der Privatdetektiv brachte dann in der Tat Unregelmässigkeiten an den Tag. Das war 1994 und wir schoben Karl wieder ab. Mich überraschte keineswegs, dass der Deutsche dann 2005 in den Hoyzer-Wettskandal verwickelt war.» Karl wurde wegen Manipulations-versuchen in zwei Fällen zu neun Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt.
3. Das Überprüfen der Sion-Firmenautos. CC bittet die Polizei, sporadisch ein Auge auf die Kontrollschilder der Klubautos zu werfen. Speziell an verdächtigen Locations wie Nachtklubs und dies vorzugsweise zu später Stunde. «So erwischte ich beispielsweise den Spieler Alvaro Saborio nachts um vier an einer Latino-Party in Lausanne. Er stritt natürlich alles ab, sagte, er habe das Auto einem Kumpel geliehen.» Dumm nur für den Nationalspieler von Costa Rica, dass er auf der Rückfahrt morgens um halb fünf von einem Radar geblitzt wurde.
Das sagen Blick.ch-Leser
- Luis Livers, 7165 Breil/Brigels - 13:05 | 23.11.2009
- » Wer in Sion Leistung bringt hat ein wunderschönes Leben. Alleine die Gegend inkl. das Klima sowie die freundlichen Menschen sind eine Wohltat. Recht geschieht denen, die solch ein Leben mit solch einem schönen Einkommen nicht zu würdigen wissen. Gut auch zu wissen, dass Marseille damals 1 Mio. bot, damit Sion verlieren möge, Pecht gehabt OM - Sion gewann sportlich.
- Daniel Zollinger, Uster - 10:16 | 23.11.2009
- » Bravo Herr Conctantin! Endlich einer der es vormacht, wenn man die Zustände im Sport sieht was da abgeht!
- Schoch Hans U., Wittenbach - 07:30 | 23.11.2009
- » Wer bei Sion spielt hat nichts zu lachen...denkt man. Aber eigentlich hat Herr Constantin ja recht. Wer gemeinsame Sache mit dem Gegner macht und/oder nachts herumhockt, gehört nicht in eine Profi-Mannschaft. Das Problem ist:: viele mittelprächtige Spieler messen ihr Einkommen an den ganz Grossen der Branche und werden so anfällig für Bestechungsgelder. Schade um den schönen Sport. Er wird sich so selbst 'umbringen'.
- Wayan WESTRA, Kerobokan - Kuta - 03:16 | 23.11.2009
- » "Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser" - lernt man doch spaetestens in der RS!
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