Sion-Pharao El-Hadary: Keine Lust auf Barrage

BERN - Vom Pharao zur Mumie und zurück: Sion-Goalie Essam El-Hadary hat bewegte Monate hinter sich. Das Abenteuer Wallis neigt sich dem Ende zu - und könnte mit einem grossen Knall enden.

  • Publiziert: 21.05.2009, Aktualisiert: 14.01.2012
play Essam El Hadary ist zurück in seiner Heimat. Der 36-jährige Torhüter, der seit Februar 2008 beim FC Sion unter Vertrag gestanden hatte, verpflichtete sich bei Ismaïly, das die letzte Meisterschaft im 2. Rang abschloss. Der Transfer dürfte dem FC Sion rund eine Million Franken einbringen. Der Wechsel El Hadarys war nur möglich, weil das CAS die von der Fifa gegen den Torhüter und den FC Sion ausgesprochene Transfersperre (vorübergehend) aufhob. (Keystone)

Pokalsiege sind für Essam Kamal El-Hadary keine Seltenheit: Mit Al-Ahly gewann er nicht weniger als 20 (!) Trophäen. Darunter dreimal die afrikanische Champions League. Dazu holte der Ägypter dreimal den Afrika-Cup.

Der Cupsieg mit dem FC Sion ist bloss in einer Hinsicht eine Premiere: Es ist der erste Titel, den der 36-Jährige im Ausland geholt hat. Dennoch werden sich die Wege des streng gläubigen Moslems und der Walliser zum Ende der Saison wohl trennen. El-Hadary will zurück ins Land der Pharaonen.

Davor will er aber den Ligaerhalt sicherstellen. Derzeit liegt der FC Sion auf dem Barrage-Platz – und dies birgt Zündstoff. Die Relegationsspiele gegen den FC Lugano finden am 3. und 6. Juni statt.

Just diese Tage sind geschützte Fifa-Termine. Ägypten trifft dann auf Algerien – mit El-Hadary. Und der Goalie macht auch klar, dass er dann spielen wird – für sein Land. «Es sind geschützte Fifa-Termine. Mein Land hat Priorität. Aber wir gewinnen die letzten zwei Spiele», sagt El-Hadary zu BLICK.

Über der Fussballschweiz braut sich einmal mehr ein dunkles Gewitter zusammenn. Neben El-Hadary sind auch Obinna Nwaneri (Nigeria), Jamal Alioui (Marokko), Jocelyn Ahoueya (Benin), Paito (Mosambik) und eventuell Geoffrey Serey Die (Elfenbeinküste) für ihr Land im Einsatz.

Sion-Zampano Christian Constantin hat bereits angekündigt, juristisch gegen den Kalender-Wahnsinn des SFV vorzugehen. Die Saison 2008/09 könnte also ein übles Nachspiel haben.

play Nationalliga-Direktor Edmond Isoz hat den Terminsalat zu verantworten. (Keystone)

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