Sforza neuer GC-Trainer, Vogel tritt zurück!

ZÜRICH - Am Dienstagabend wurde Hanspeter Latour bei GC entlassen, sein Amt übernimmt Ciriaco Sforza. Und: Erich Vogel tritt zurück und stellt alle seine Ämter zur Verfügung.

  • Publiziert: 10.06.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Max Kern, Stefan Meier und Raphael Fiore

Nur einen Tag nach dem FC Basel präsentiert auch GC einen neuen Trainer. Wie im BLICK und auf Blick.ch bereits angekündigt, wird Ciriaco Sforza (39) Hanspeter Latour (62) bei den Grasshoppers ablösen. Er unterschreibt einen bis 2011 datierten Vertrag.

Sforza hatte von Juni 2006 bis August 2008 den FC Luzern trainiert und war zuletzt auch beim FC Basel als Nachfolger von Christian Gross im Gespräch.

Erich Vogel tritt ab

Ausserdem lässt GC eine weitere Bombe platzen: Sportchef und Vizepräsident Erich Vogel tritt von seinen Ämtern zurück!

Mit dem Trainerwechsel und dem Abgang von Vogel ist auch der Dreijahresplan der Grasshoppers – zumindest unter Latour und Vogel – gescheitert. Doch selbst der entlassene Coach sagt: «GC soll den Dreijahresplan weiterleben.»

BLICK-Sportchef Walter De Gregorio hatte in seiner Kolumne im SonntagsBlick vom 10. Mai bereits angekündigt, dass Latour die kommende Saison nicht mehr als Trainer des Rekordmeisters erleben werde (siehe unten).

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Wette um Latour

Im Februar 2009 verkaufte BLICK-Sportchef Walter De Gregorio während des Zürcher Derbys vor dem Stadion Bratwürste. Der Grund: Einlösen einer Wettschuld. De Gregorio hatte mit GC-Sportchef Erich Vogel gewettet, dass Trainer Latour bereits vor der Saison 2008/09 entlassen werde.

Walter De Gregorios Kommentar im SonntagsBlick vom 10. Mai 2009

Offiziell ist es noch nicht, doch Hanspeter «Pudi» Latour, der liebenswürdige Bergdoktor aus Thun, wird über die Klinge springen müssen. Obwohl sein Vertrag bei GC erst 2010 ausläuft, wird er nächste Saison nicht mehr Trainer der ersten Mannschaft sein. Hat GC Stil, wird der Verein seinen «Pudi», der glücklos zwar, aber immer mit Herz an der Sache war, irgendwo im Klub parkieren.

Logischerweise wird GC das bestreiten. Standard-Antwort in solchen Situationen: «Der Trainer steht nicht zur Diskussion.» Mit anderen Worten: Es wird über den Nachfolger diskutiert. Namen möglicher Papabili: Ciriaco Sforza, Murat Yakin und Uli Forte, der mit St. Gallen eine beeindruckende Performance hinlegt. Das Scouting im Ausland wird an den finanziellen Möglichkeiten scheitern. Ausgeschlossen aber ist es nicht, dass ein verbeulter Grosser eine zweite Karrierechance in der Schweiz sucht. Wie Lothar Matthäus, Weltmeister und deutscher Rekordinternationaler, der sich immer wieder ins Gespräch bringt bei Schweizer Klubs.

Obwohl es den Regeln des Sports entspricht – wie der Geschäftswelt überhaupt –, dass der Kleine die Suppe auslöffeln muss, die andere für ihn versalzen haben, ist die bevorstehende Rochade bei GC letztlich absurd. Der sportliche Tiefflug ist das Resultat eines sehr bescheidenen Managements, um es für einmal radikal positiv auszudrücken; ein Management, das mit der 300-Millionen-Posse, die es bis auf die Spalten des «Miami Herald» geschafft hat, den Vogel (!) abgeschossen hat.

In der aktuellen Weltwoche gibt Erich Vogel bekannt, dass er das Amt des Sportchefs Ende Saison abgeben wird. Scheinbar will er als Vize-Präsident aber weiterhin in der Führungscrew bleiben. Womit man die Trainersuche bei GC entspannt angehen kann: Ob Sforza oder Yakin – grundsätzlich wird sich mit dieser Führung nichts ändern bei GC.

Der Vogel stinkt am Kopf.

Ciriaco Sforza

Geboren: 2. März 1970 in Wohlen AG

Karriere als Spieler: GC (1986–88/1990–93), Aarau (1988–90), Kaiserslautern (1993–95/ 1997–2000/ 2002–06), Bayern München (1995–96/ 2000–02), Inter Mailand (1996–97). – 79 Länderspiele.

Karriere als Trainer: Luzern (2006–08).

Grösste Erfolge: Champions-League- Sieger (2001 Bayern), Uefa-Cup-Sieger (1996 Bayern), 2x Deutscher Meister (1998 Kaiserslautern/ 2001 Bayern), Schweizer Meister (1991 GC), Schweizer Cupsieger (1988 GC). – WM 1994, EM 1996. – Fussballer des Jahres 1993.

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