GC-Tagebuch - 10. Januar 2010
Als hartnäckiger Navigationsgeräte-Verweigerer konnte ich mich schon darüber lustig machen, wie die freundliche, weibliche Stimme im Tom-Tom meines Fotografen-Kollegen auf der Autobahn
«Sofort wenden!» befahl. Oder wie sie im 2. UG eines Parkhauses den Ratschlag bereit hatte, beim nächsten Kreisverkehr links abzubiegen…
Gestern durfte ich mich auf dem Weg ins Trainingscamp von GC als Beifahrer in den Mietwagen von GC-Boss Roger Berbig setzen. Der Technik-Freak montierte auf dem Flughafen im südspanischen Malaga ein aus der Heimat mitgebrachtes GPS-Navigationssystem an die Windschutzscheibe. Chirurg Berbig drückte die Adresse des Golf-Hotels La Cala in Mijas Costa ein.
Strahlende Sonne, 10 Grad, und ein Navi – was konnte da noch schiefgehen?
Die Dame im Navi lenkte uns auf die Autobahn A7 Richtung Marbella. Eine Viertelstunde hätte die Fahrt bis zum Ziel dauern sollen. Doch, ups, mitten in der Diskussion um mögliche Financiers für GC verpassen wir eine Abzweigung. Macht nichts. Das Navi rechnet neu.
Die Strassen werden immer holpriger. Eine Baustelle ist für das GPS-gesteuerte Gerät kein Hindernis. Es rumpelt ohne Ende. Es geht steil bergauf. Asphalt ist hier ein Fremdwort. Bellende Hunde liegen am Strassenrand. Berbig vertraut dem Navi. Nur noch 350 Meter, verspricht das Navi. Links Stacheldraht, rechts Stacheldraht. Und dann plötzlich auch vorne. Stacheldraht! Das Ziel ist nicht in Sicht. Umdrehen!
29649 – die Postleitzahl des Zielorts. Das Navi rechnet. Und befiehlt: «Wenden!»
Wieder gehts zum Meer runter. Statt in Mijas Costa landen wir nach einer kurvenreichen Bergfahrt aber in Mijas. Ein pittoreskes Dörfchen auf 428 Metern über Meer. Dort wären wir mit dem Mannschaftscar nie hingekommen. Der Taxi-Fahrer auf dem Dorfplatz schüttelt den Kopf. «Mijas Costa? Das ist 30 Minuten von hier.»
Berbig packt eine in der Schweiz ausgedruckte Wegbeschreibung aus. Ich schlüpfe in die Rolle des Kartenlesers. Die Dame im Navi lassen wir plappern.
Okay, wir verpassen nochmals eine Ausfahrt, müssen in Marbella die Autobahn verlassen und wenden. Nochmals 30 unnötige Kilometer. Doch am Ende schaffen wirs. Ohne Navi. Mit dreistündiger Verspätung. Es reicht geradenoch, um die letzten 10 Minuten des ersten Footings von
Ciri Sforzas Team auf der wunderschönen Golf-Anlage mitzuerleben. Die Sonne geht unter. Es wird kalt.