Dank Anzahlung der Schulden Servette wendet Konkurs im letzten Moment ab

GENF - Die Lage in Genf ist ernst. Erst im allerletzen Moment wendet Servette ein drohendes Konkursverfahren ab.

  • Publiziert: 03.02.2012

Am Freitagmorgen sorgte eine Meldung für Unruhe. Laut der «Tribune de Genève» werde am Montag der Anwalt der Reinigungsfirma «Cleantonic» den Konkurs des Vereins beantragen.

Ohne den Verein zuvor zu betreiben will die Firma, die für die Reinigung des Genfer Fussballstadions zuständig ist, den Druck auf den iranischen Präsidenten Majid Pishyar erhöhen. Seit August 2011 schuldet Servette der Firma Rechnungsbeträge in der Höhe von 90'000 Franken.

Kurz nach Mittag gibt der Anwalt von Cleantonic» vorerst Entwarnung. Man werde vorderhand auf ein Konkursbegehren verzichten, weil Pishyar eine vereinbarte Tranche von 30'000 Franken am Freitagmorgen überwiesen habe (siehe Box unten).

Chef der Reinigungsfirma ist ausgerechnet der ehemalige Servette-Profi Stéphane Guex. Er sagte in der «Tribune de Genève» zur Androhung des Konkursverfahrens: «Ich musste mich enorm überwinden, diesen Schritt zu tun. Man hat meine Gefühle ausgenutzt. Aber meine Firma wird Konkurs gehen, da 60 Prozent unserer Aktivitäten im Stade de Genève stattfinden. Ich müsste zwölf Leute entlassen.»

Servette-Sprecher Cédric Tonoli gab zu: «Wir haben ein Liquiditätsproblem. Wir versuchen, Lösungen zu finden. Wir bitten unsere Gläubiger, geduldig zu sein.» Am Mittag will der Genfer Fussballklub eine Pressekonferenz abhalten.

Pishyar konnte zwar mit seiner Anzahlung einen möglichen Konkurs vorerst abzuwenden, doch es droht weiteres Ungemach. Der von ihm entlassene Trainer Joao Alves (Por) fordert von Servette eine Million Franken für Löhne und Prämien, da sein Vertrag noch bis Sommer 2013 gültig ist.

Zudem soll Servette den Stadtwerken noch immer rund 100'000 Franken für Strom- und Wasserkosten im Stadion schulden. Auch ein Dutzend Angestellte der Nachwuchs-Akademie soll noch immer auf seine Gehälter warten. (wst/Si)

Das sagt Pishyar:

Auf der Homepage von Servette reagiert Präsident Pishyar: «Die fehlenden Einnahmen wegen der Winterpause und der Absenz von Heimspielen haben einen beachtlichen Einfluss auf unseren Finanzplan», so der Iraner. «Trotz allem haben wir am 2. Februar eine Zahlung über 30'000 Franken an die Cleantonic ausgeführt, wie beim Treffen am 27. Januar verlangt wurde.»

Guex und sein Anwalt hatten dem Genfer Traditionsverein vorgeschlagen, am 2. Februar 30'000 Franken zu bezahlen, und den Rest mit einem Rückzahlungsplan während sieben Monaten zu berappen.

Kommentare (27)

  • Peter  Germann , Aristau
    Was soll das Geplänkel um diesen "Traditionsverein*. Ein Iraner hat im Schweizer Fussball nun mal nichts verloren.- Siehe Bulatscheisse. Servette ist umgehend auszuschliessen, wir haben genügend finanzstarke Klubs, welche nachkommen St. Gallen, Bellenz, Lugano... aber bitte nicht dieses katastrophale "Scheiss-Aarau !!"
    • 04.02.2012
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  • Peter  Meier
    schon komisch, dass es immmer "welsche Clubs" betrifft....die ticken anscheinend wirklich anders als die Deutschschweizer....
    • 03.02.2012
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  • Rocco  Martignoni
    Währe besser seine Schulden ab zu verdienen durch sich zu Bewerben als Reiniger bei diese Firma .
    • 03.02.2012
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  • reinhard  hertig , gibswil
    wir sind sowas von doof, klubs an diese auslänser zu verscherbeln
    • 03.02.2012
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  • Toni  Richter
    Tschetschenen, Iraner... überrascht mich nicht!!! Die Schweiz bietet diesen Herren eine wunderbare Ausgangslage für ihre dubiosen Geschäfte. Um sich gesellschaftlich zu profilieren präsidiert man noch einen Fussballclub. Ihr Herz jedoch schlägt für ihre Heimatländer. Gibt es denn keine Eidgenossen mehr die sich für diese Ämter interessieren???
    • 03.02.2012
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