CC verliert vor Walliser Kantonsgericht Sechs Neuzugänge ab sofort gesperrt - Sion droht Kollaps!

  • Publiziert: 18.11.2011, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Alain Kunz

Lichterlöschen beim FC Sion! Das Walliser Kantonsgericht hat die provisorischen Massnahmen des Bezirksgerichts Martigny nicht bestätigt. Jetzt droht Sion der Kollaps!

Das für den FC Sion verheerende Urteil erreicht Klub-Anwalt Alexandre Zen-Ruffinen kurz vor 9 Uhr. «Das ist nicht gut. Das ist gar nicht gut», so sein erstes Urteil nach Überfliegen des Textes.

Es ist nun wirklich nichts mehr gut für Sion. Denn das Urteil des Kantonsgerichts ist das entscheidende im Fall Sion. Es gibt der Swiss Football League und der Fifa Recht, welche gegen die provisorischen Massnahmen des Bezirksgerichts Martigny rekurriert hatten. Diese provisorischen Massnahmen, dank derer die sechs Neuen ihre Spielberechtigung erwirkt hatten, werden aufgehoben.

Als Begründung gibt das Gericht an, dass die Verweigerung der Qualifikation der Spieler durch die Swiss Football League keine gravierende Verletzung der Persönlichkeitsrechte darstelle.

Das bedeutet: Pascal Feindouno, Gabri, Mario Mutsch, Billy Ketkeophomphone, Stefan Glarner und José Goncalves sind ab sofort gesperrt!

Weiter hat das Gericht festgestellt, dass primär der FC Sion für das ganze Chaos verantwortlich sei. Und nicht die Liga, welche das Bezirksgericht noch hauptverantwortlich für das Schlamassel gemacht hatte.

Die grosse Frage, die nun bleibt: Gilt das Urteil ab jetzt? Oder ab dem Zeitpunkt der Verweigerung der Spielberechtigung für die sechs Neuzuzüge? In diesem Fall würde Sion nämlich alle Spiele forfait verlieren, in denen einer der Sechs spielte. Die Walliser wären mit 10 Punkten Tabellenletzte. Ihnen würden 16 Punkte abgezogen. Und das zwei Mal von Sion bezwungene Lausanne hätte sechs Punkte mehr.

Für Liga-Präsident Thomas Grimm ist klar: «Das Kantonsgericht hat die superprovisorische Verfügung vom 3. August aufgehoben. Damit sind die Spieler schon ab da nicht spielberechtigt gewesen. Wäre es anders, hätte das Gericht dies in seinem Urteilsdispositiv explizit erwähnt.»

Wie gehts nun weiter? Der Fall liegt nun bei der Disziplinarkommission. Sie soll bis Ende nächster Woche über die Proteste urteilen. Allerdings kann Sion gegen die zu erwartenden Forfait-Entscheide rekurrieren. Es wird also noch Monate dauern, bis die Tabelle endgültig ist. Welch ein Schlamassel!

PS.: Die Walliser scheinen über prophetische Kräfte zu verfügen. Bei der Umstellung ihrer Homepage schalteten die Verantwortlichen gestern Donnerstag eine schwarze Maske mit dem Anagramm von Uefa-Boss Michel Platini und einem grossen Titel auf: Game over! Aus dem Spass ist nun Ernst geworden.

play «Game over!»: Die Homepage des FC Sion am Donnerstagmorgen. Die Meldung stellte sich als Marketing-Gag heraus, es handelte sich nicht – wie zunächst vermutet – um einen Hacker-Angriff. (Screenshot fc-sion.ch)

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