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Es wäre die Rettung gewesen für den Zürcher Rekordmeister: Endlich ein Investor, der erstens das nötige Geld hat, zweitens auch gewillt ist, dieses in den Grasshopper Club zu schiessen. Und drittens – besser hätte es nicht passen können! – just im Moment der grössten Krise konkrete Hilfe bietet für den gebeutelten Traditionsklub. Die grosse Hoffnung könnte nun aber, wie Informationen von BLICK zeigen, zu einer weiteren, grossen Enttäuschung werden für die Zürcher.
Die Gerüchte, wonach Philippe Gaydoul die Aktienmehrheit von GC zu Beginn der nächsten Saison übernehmen würde, hatten sich in den letzten Tagen verdichtet (BLICK vom 12. Juni). Der Enkel von Denner-Gründer Karl Schweri hatte mit 28 Jahren den Familienkonzern übernommen und den Umsatz in wenigen Jahren auf fast 3 Milliarden mehr als verdoppelt. In Wirtschaftskreisen zählt der inzwischen 37-jährige Gaydoul als absoluter Topshot.
Gaydoul wäre ein Glücksfall gewesen für den Grasshopper Club, denn er ist bestens vernetzt, auch international, und er garantiert ein professionelles Management. Zudem hätte er das ramponierte Image von GC radikal verbessern können – nach der 300-Millionen-Posse um den vermeintlichen Geldgeber Volker Eckel eine schier unmögliche, aber für einen Klub wie GC entscheidende Sache. Es geht mehr als nur um Kosmetik, nämlich um Glaubwürdigkeit.
Gaydoul hatte letzte Woche auf Anfrage geantwortet: «Zu Gerüchten nehme ich keine Stellung.» Auch die GC-Führung um Präsident Roger Berbig und Financier Heinz Spross schwieg, versprach via Medienbulletin aber, heute Dienstag sowohl über den neuen Trainer Ciriaco Sforza als auch über weitere Veränderungen im Klub zu informieren. GC-Zentralpräsident Andres Iten bestätigte immerhin, dass mit verschiedenen Investoren Gespräche laufen, wollte aber keine Namen nennen (Blick vom 13. Juni). Es schien nur noch eine Frage von wenigen Tagen zu sein, bis der Deal zwischen Gaydoul und GC zum Abschluss kommen würde.
Spätestens heute sollte der grosse Coup um 16 Uhr an der Pressekonferenz im GC-Campus bekannt gegeben werden. Wie es scheint, haben sich die Verhandlungen übers Wochenende nun aber zerschlagen. Sollten die Informationen von BLICK zutreffen, dürfe Gaydoul demnächst, vielleicht bereits heute Dienstag, sich offiziell zurückziehen. Es wäre der «worst case» für GC. Weshalb die Verhandlungen in letzter Sekunde gescheitert sind, ist nicht bekannt.
Gaydoul war bis gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, ebenso wenig GC-Zentralpräsident Andres Iten. Auf Anfrage versichert Heinz Spross zwar, die Gespräche mit Gaydoul würden weitergeführt. Gut informierte Quellen behaupten gegenüber BLICK aber, das Gegenteil sei richtig.
Ausgerechnet Heinz Spross soll es gewesen sein, der den Deal habe platzen lassen. Mit seiner Weigerung, das laufende Defizit von 4 bis 5 Millionen Franken bis zur definitiven Übernahme der Aktien von Philippe Gaydoul in einem Jahr decken zu wollen. Ein weiteres unüberbrückbares Hindernis dürften die Statuten von GC dargestellt haben. Besitzer der Aktien, auch jene der Fussballsektion, ist und bleibt der Zentralvorstand von GC. Kommt man in diesem Punkt einem Investor grundsätzlich nicht entgegen, wird die Suche nach einem Geldgeber grundsätzlich immer aussichtslos bleiben.
Sollte der Deal tatsächlich platzen – GC hätte eine weitere, grosse Chance verspielt. Die Zürcher befinden sich in der Nachspielzeit, irgend einmal muss das entscheidende Tor fallen. Viel Zeit bleibt nicht mehr.
play
... GC-Financier Heinz Spross. (Toto Marti)