YB-Tagebuch vom 25. Januar
«Kaputt, kaputt», seufzt YB-Topskorer Seydou Doumbia, am Samstagnachmittag. Weil das Spiel gegen Leipzig wegen Regens ausgefallen ist, hat Konditrainer Martin Fryand die Profis zum Footing aufgeboten. Danach haben die Spieler frei bis Sonntagmittag. «Endlich», sagt der YB-Wunderstürmer.
Am Abend dürfen die Profis in den Ausgang. «Jeder soll selber entschieden, ob er irgendwo hin will, oder ob er im Hotel bleibt», sagt Captain Marco Wölfli. Wölflis Zimmerkollege
Mario Raimondi hat für Sonntagmorgen nur einen Wunsch: «Ausschlafen!» Was das Schlimmste sei am Trainingslager, wird Raimondi gefragt. «Marco Wölfli’s Wecker-Klingelton – Karibik-Musik. Jeden Morgen! Grauenhaft!»
Pecht hatte YB-Abwehrchef Emiliano Dudar, als er über Weihnachten in die Heimat Argentinien flog. Kaum stellte er seinen Geländewagen vor dem Haus der Schwiegereltern ab, klingelte es an der Tür: «Ist das ihr Wagen, der da draussen steht» – wollte ein Securitas-Wächter wissen –
«Señor, da fehlt ein Rad!» Als Dudar den Vorfall anzeigt, grinsen die Beamten: Es ist der neuste Trick in Argentinien. Organisierte Jugendliche montieren Autoräder ab – in 20 Sekunden.
Was tun die YB-Profis, wenn sie nach dem Entspannungsbad und dem Abendessen in ihre Zimmer hoch gehen?Scott Sutter hat die neuen Staffeln von «24» mitgebracht, die er in den Laptop schiebt. Sutter kann sich das leisten: Er ist im teaminternen Nintendo-Spiel «Mario Kart», die klare Nummer 1. Obwohl auch
Marco Wölfli («vom Talent her bin ich der Beste, Scott trainert einfach am meisten») und Mario Raimondi den Spitzenplatz für sich reklamieren.
Raimondi meldet sich nach langer Verletzungspause nicht nur auf dem Platz zurück: Auch an der Spielkonsole hat «Mändu» Ambitionen: «Ich war acht Monate verletzt und habe kein einziges Rennen mitgemacht – jetzt fahre ich schon wieder unter die ersten 3 – sensationell!»