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Ludovic Magnin: «Ohne Vertrauen spiele ich richtig Kacke!»

Er ist der grosse Rückkehrer der Super League 2010: Ludovic Magnin (30) nimmt morgen nach über acht Jahren Bundesliga das Training beim FC Zürich auf. Der Nati-Spieler über Raketen, Träume, Babbel, Challandes und das Fischen.

Von Michael Wegmann | Aktualisiert um 11:57 | 03.01.2010
Zweifacher Deutscher Meister Magnin: «Ich glaube nicht, dass man vorwärts kommt, wenn man immer Ja und Amen sagt.» (EQ Images)
Yverdon (1997-2000): «Es war fantastisch unter Lucien Favre und zu Hause zu spielen. Ich gab bei Yverdon mein Debüt in der Super League. Der Gegner war der FCZ mit Spielern wie Shaun Bartlett und Urs Fischer.» (Keystone)
Lugano (2000-01): «Zum ersten Mal weg von daheim. Am Anfang hatte ich Heimweh. Zum Glück hat sich mein Mitspieler Olivier Biaggi mir angenommen, er war wie ein grosser Bruder und ist jetzt noch mein Freund. Es war eine tolle Zeit im Tessin.» (Keystone)
Werder Bremen (2001-05): «Das waren wunderbare Jahre. Dieser Verein ist menschlich und extrem familiär.» (Reuters)
VfB Stuttgart (2005-09): «Meine erfolgreichste Station bis jetzt. Der VfB hat ein Riesen-Potential, die volle Unterstützung von Land und Leuten.» (Keystone)
Ersatzcaptain Ludovic Magnin steht nicht im Nati-Aufgebot. Er sucht seine Form beim FCZ. (Keystone)
Hobbyangler: Magnin will sich schon bald das Fischerei-Patent für den Zürichsee besorgen. (EQ Images)
Ludovic Magnin, haben Sie und Ihre Familie die Silvesternacht inmitten von Zügelkartons verbracht?
Ludovic Magnin:
Nein, nein. Wir sind schon vor Weihnachten umgezogen, und das ist super gegangen. Meine Frau Chantale könnte ein Zügelunternehmen gründen. Sie ist schon so oft umgezogen und organisiert alles richtig toll. So hatten wir über die Festtage Zeit für uns und die Kinder.

Haben Sie zum Jahresauftakt auch Raketen gezündet?
Ja, natürlich! Die Kinder sind richtig heiss auf solche Sachen. Und da ich am 1. August jeweils arbeiten muss, haben sie es sehr genossen mit dem Papi. Wir haben mit dem Feuerwerk aber schon vor Mitternacht angefangen, weil sie nicht so lange aufbleiben.

Das war eine gute Übung für Sie.
Warum? (Magnin lacht) Ah, Sie meinen wegen der Fans und der Pyro im Letzigrund.

Nein, weil Sie auch beim FCZ das Feuer zünden müssen. Sportchef Fredy Bickel sagte, Sie sollen dem harmonie­bedürftigen Team einheizen. Laut, fordernd und unbequem sein. Wie finden Sie das?
Natürlich kennt er mich. Und er weiss auch, dass ich sage, was ich denke. Aber ich kann dem Team am besten helfen, wenn ich in Form bin. Es ist nicht einfach, in die Schweiz zurückzukehren. Ich habe oft genug mit Strelli und Frei darüber gesprochen. Jeder erwartet, dass du den Unterschied machst. Aber das wird nicht einfach, denn das Niveau in der Super League ist gut. Ich muss erst eine super Vorbereitung machen und die Mannschaft kennen lernen. Vielleicht dauert es ein paar Wochen, bis ich mich an die neue Umgebung gewöhne. Wie bei Strelli. Bei Alex ist es ja ein bisschen schneller gegangen.

Sie sollen fordernd und unbequem sein. Dabei gelten Sie auch als Spassvogel. Wie geht das zusammen?
Bisher ging es immer unter einen Hut! Ich glaube, dass man nicht vorwärts kommt, wenn man immer Ja und Amen sagt. Aber auch chronische Nein-Sager haben es schwer. Es braucht eine gute Mischung von beidem, um erfolgreich zu sein. Während der Übungen im Training und auf dem Platz braucht es volle Konzentration. Doch daneben muss man auch Spass haben! Denn der Teamgeist ist ein grosser Erfolgsfaktor. Dieses Jahr hatten wir bei Stuttgart einen super Kader – qualitativ besser als in der Meister­saison vor zwei Jahren. Doch der Erfolg blieb aus. Ich glaube, weil der letzte Funken Freude nicht aufs Team übergesprungen ist.

Warum wechseln Sie zum FC Zürich?
Das hat mehrere Gründe. Erstens hatte ich nach achteinhalb Jahren Bundesliga Heimweh. Und in zwei Jahren hätte ich wohl keinen Vertrag mehr in der Super League erhalten. Zweitens habe ich die vergangenen Monate nie gespielt. Und ich will an die WM nach Südafrika und dafür muss ich spielen.

Vor einem Jahr haben Sie im «Sport Magazin» gesagt, dass die Schweizer Meisterschaft ein grosses Ziel von Ihnen sei. Also nochmals: Warum wechseln Sie ausgerechnet zum Tabellen-Siebten FCZ?
Weil hier Super-Leute arbeiten, und es eine grosse Herausforderung für mich ist. Auch der Trainer war für meine Entscheidung mitverantwortlich. Ich kenne Bernard Challandes sehr gut, und freue mich, mit ihm zusammen zu arbeiten. Dazu kommt: Will man in der Schweiz um Titel spielen, muss man bei YB, Basel oder dem FC Zürich sein. Und beim FCZ passt alles für mich.

Lesen Sie das ganze Interview im SonntagsBlick.
Das sagen Blick.ch-Leser
Benny Wullschleger, Basel - 12:01 | 04.01.2010
» So guet hey... mit Magnin und Chikhoui kann der FCZ vielleicht endlich wieder einmal gegen den FCB gewinnen. Nein, im Ernst.... der FCZ wird bereits in der Rückrunde zum Glück wieder sackstark sein. Der FCZ muss wieder zurück kommen. Basel will doch gegen mehr als nur einen Titelkonkurrenten spielen.
Mikael Ferrer, London - 13:07 | 03.01.2010
» "Will man in der Schweiz um Titel spielen, muss man bei YB, Basel oder dem FC Zürich sein." Hab ich etwas verpasst? YB hat doch in den letzten Jahren nichts gerissen?? also beim FC Zürich ok aber YB? Nein das ist KEINE Top Mannschaft!
Recht Haber, Dübendorf - 03:21 | 03.01.2010
» Er singt wenigstens immer die Nationalhymne lauthals mit und hat für die Kamera auch noch ein Lächeln und Zwinkern übrig. Da können sich andere "Schweizer" Nationalspieler mal ne Scheibe von abschneiden.
Hans-Jakob Bischofberger - de Souza, hessigkofen - 00:31 | 03.01.2010
» "Will man in der Schweiz um Titel spielen, muss man bei YB, Basel oder dem FC Zürich sein. Und beim FCZ passt alles für mich." nicht ganz richtig, bei einem Verein sollte man nicht sein, weil der schon ewig nichts gewonnen hat und auch in zukunft nichts gewinnen wird. Das sind Nulpen
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