Gereizter Stier Xamax-Trainer Muñoz verliert die Nerven

DUBAI - Endzeitstimmung bei Xamax. Sogar der sonst so coole Trainer Victor Muñoz verliert die Nerven.

  • Publiziert: 22.01.2012, Aktualisiert: 27.01.2012
  • Von Martin Arn aus Dubai

So leicht lässt sich Victor Muñoz normalerweise nicht aus der Ruhe bringen. Er hat 60 Länderspiele für Spanien bestritten, war bei Weltmeisterschaften (1982, 1986) und Europameisterschaften dabei (1984, 1988). Er trug 7 Jahre das Dress von Barcelona, hat ein halbes Dutzend spanische Profiteams trainiert.

Doch so etwas wie in Neuenburg hat Muñoz noch nicht erlebt. Im September ersetzte er Joaquin Caparros als Trainer von Xamax. Zuerst die ausgebliebenen Lohnzahlungen, dann die Punkteabzüge. Schliesslich der Lizenzentzug.

Im Trainingslager in Dubai versucht Muñoz trotz der ausweglosen Situation mit gutem Beispiel voranzugehen. «Allez les gars», ruft er übers Feld und feuert seine Jungs an. Am Ball hat er immer noch einiges drauf, wenn im Training 5 gegen 2 gespielt wird.

Doch die letzten Tage und Wochen haben ihm zugesetzt. Ein Interview mit SonntagsBlick bläst er in letzter Sekunde mit einem gequälten Grinsen ab: «Ich werde mein Herz ausschütten, sobald sich die Situation geklärt hat. Zuerst will ich mit Präsident Tschagajew sprechen.»

Tschagajew hatte ihn zuerst zu Terek Grosny dann nach Neuenburg geholt. «Ich vertraue Tschagajew», sagte Muñoz nach seinem Amtsantritt bei Xamax. Bei den Übungseinheiten in Dubai wirken die Spieler apathisch, einige haben bereits das Weite gesucht.

Die zweite Partie beim Einladungsturnier in den Vereinigten Arabischen Emiraten muss Muñoz mit 14 Spielern in Agriff nehmen.

Das Spiel gegen den usbekischen Meister Bunyodkor geht 0:1 verloren. Auf der anschliessenden Pressekonferenz ist Muñoz gereizt. SonntagsBlick will wissen, ob die Mannschaft zum Klassierungsspiel am Montag noch antritt. «Vielleicht – es ist möglich», gibt er zur Antwort.

Wer denn entscheide, wann Xamax nach Hause reist. «Wir sind eine Gruppe, wir entscheiden gemeinsam», sagt er und will schon aufstehen. Doch es gibt noch weitere Fragen. Ob er überhaupt noch 11 Spieler zusammenbringt am Montag? «Wir werden sehen», raunzt Muñoz.

Bevor er den Presseraum verlässt schaut er zu den Journalisten von «Le Matin» und von «SonntagsBlick» und sagt zum Teammanger: «Die Typen gehen mir langsam auf die Nerven.»

Vielleicht sollte er bald mit Tschagajew reden und dort seinen Ärger loswerden.

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