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In Sion kickt ein Weltstar, und BLICK bekommt das zu spüren. Der Interview-Termin mit Eka Basunga Lokonda Emile Mpenza, wie der Belgier mit vollem Namen heisst, ist auf 16 Uhr vereinbart. Doch um diese Zeit trainiert der Mann, der in seinen ersten drei Partien für Sion viermal getroffen hat. Seine Rasta-Frisur versteckt er unter einem coolen Piraten-Tuch. Während das Team am Ende Dehnübungen macht, ist für Mpenza frühzeitig Schluss. Kann das Interview endlich beginnen? Nein. Erst lässt sich der Star massieren, ehe er um 17:48 Uhr lächelnd antrabt.
Blick: Emile Mpenza, wundern Sie sich, wie leicht man in der Schweiz zum Torerfolg kommt?
Emile Mpenza: Nein, das liegt an mir. Ich bin stärker geworden, mache meinen Job vor dem gegnerischen Goalie gut.
In England sind Sie gescheitert. Wollen Sie in Sion Ihre Karriere neu lancieren?
Ja, normalerweise sagt man ja, die besten Fussballerjahre seien jene von achtundzwanzig bis dreissig, aber ich glaube, das trifft bei mir nicht zu. Zudem bin ich nach Sion gekommen, um eine gute Meisterschaft zu spielen und mit dem Team die Gruppenphase der Europa League zu erreichen.
Denken Sie, Sie könnten noch einmal in einer Top-Liga wie der Bundesliga oder der Premier League durchstarten?
Ja.
Was sagt Ihnen der 12. August 2009?
Hmmm … nichts.
Belgien gegen Tschechien …
Ah ja! Ja, das wäre schön, aufgeboten zu werden. Aber eigentlich möchte ich erst fit werden und mich in Sion einleben. Das ist nur ein Testspiel.
Belgiens Nati-Trainer Frank Vercauteren liess Mpenza, der seit 2007 nicht mehr für die Nationalmannschaft aufgeboten wurde, am Samstag von seinem Assistenten beobachten. Mpenza traf zweimal.
Würden Sie das Aufgebot ablehnen?
Mal schauen. Sions Spiele sind sehr wichtig.
Letzte Woche sagten Sie, Sie könnten in dieser Saison dreissig Tore schiessen. Damit setzen Sie sich selber unter Druck.
Nein, niemand erwartet dreissig Tore von mir. Wichtig ist, dass es mit dem Team läuft. Wie viele Tore es dann sind, sehen wir am Schluss.
Kennen Sie die Namen Ihrer Konkurrenten um die Torjägerkrone?
Nein. Doch, Alex Frei. Aber sonst?
Seydou Doumbia?
Nein.
Sion ist Ihr neunter Klub. Wo hatten Sie am meisten Spass?
Bei Standard Lüttich. Die Atmosphäre war dort sehr familiär, wie in Sion.
Ein Weltstar, der das Familiäre sucht. Wo bleibt der Glamour?
Es muss nicht dort am tollsten sein, wo am meisten los ist.
Das haben Sie vor ein paar Jahren noch anders gesehen.
Ich bin älter, reifer geworden. Ich mag die Gegend hier. Zum Shoppen kann ich ja nach Genf gehen.
Sie galten früher als schnellster Spieler der Bundesliga. Wie weit sind Sie heute davon entfernt?
Zwanzig Prozent. Aber da komme ich wieder hin.
Haben Sie noch Ziele?
Ich möchte endlich einen Pokal gewinnen. Das Gefühl muss ich mal erleben.
Mit Sion sind die Chancen gross, den Cup zu gewinnen.
Ja, diese Geschichte kenne ich.
Sie sind 31 Jahre alt. Was tun Sie nach Ihrer Karriere?
Da denke ich nicht drüber nach. Ich kann mir gut vorstellen, noch sechs Jahre weiterzuspielen.
Emile Mpenza: «Ich kann mir gut vorstellen, noch sechs Jahre zu spielen»- Keystone