Mit Fringer kanns der FCL schaffen

Rolf Fringer (51) ist dort, wo er schon längst hingehört hätte. Auf dem Trainerstuhl des FC Luzern.

  • Publiziert: 27.10.2008, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Alain Kunz und Bruno Voser

Nach erst 12 Runden ist der ehemalige Nati-Coach bereits der dritte Trainer in dieser Saison beim Super-League-Schlusslicht. Damit schliesst sich ein Kreis. Denn Rolf Fringer ist schon Topkandidat gewesen, als Luzern-Präsident Walter Stierli 2006 die Nachfolge des geschassten Aufstiegstrainers René van Eck 2006 regeln wollte. Doch der österreichische Wahlschweizer zog damals den FC St. Gallen dem FCL vor.

Jetzt kommts also zur Vernunft-ehe in der Innerschweiz, von der der ehemalige FCL-Spieler Fringer sagt: «Ich habe fünf Jahre hier gearbeitet. Die Region ist mir ans Herz gewachsen.»

Die letzten Einzelheiten wurden gestern im Hotel Seeburg geklärt. Kleines Detail am Rande: Die Geheim-Verhandlungen des FCL-Verwaltungsrats wurden durch eine gut sichtbare Tafel in der Hotellobby mit der Aufschrift «FCL-Sitzung 1. Stock» kaschiert ...

Vertrag mit Kündigungsfrist

Fringer machte dort das Rennen gegen Ex-Haching-Coach Lorenz-Günther Köstner, der ebenfalls zugegen war. Und heraus kam ein interessanter Vertrag: Er ist unbefristet und hat eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Wie bei einem «normalen» Arbeitnehmer also, was in der Fussballszene gänzlich unüblich ist. Fringer ist das schnuppe: «Fünfjahres-Verträge sind doch das Papier kaum wert, auf dem sie geschrieben wurden.»

Der Ex-Nati-Coach sprach gestern erstmals vor dem Team. Seine Beurteilung der Lage: «Die Situation ist so schlecht, dass sie schon fast wieder gut ist.» Typisch Fringer. Die Spieler waren jedenfalls vom erstem Auftritt des eloquenten Trainers nach dem unverständlichen Pseudo-Deutsch-Kauderwelsch von Roberto Morinini begeistert. Ex-Captain Dave Zibung, der ein neuerliches Angebot als Spielführer ausschlagen würde: «Wir haben das Feuer in ihm gespürt.»

Dass die unsägliche Ära Morinini (6 Spiele, 1 Punkt) ein schnelles Ende gefunden hat, kam für Zibung nicht überraschend: «Durch seine Aussagen spürte ich, dass er mit dem FCL abgeschlossen hat.»

Morinini hatte nach dem 0:1 bei Xamax gesagt, dass kein Trainer der Welt dieses Team zu führen vermöge. Bei der anschliessenden «Verlängerung» auf der Allmend, als erboste FCL-Fans um Mitternacht erfolgreich eine einstündige Aussprache unter Flutlicht mit den Spielern durchsetzten, war der Tessiner Professor schon nicht mehr dabei. Mit ihm entlassen wurden sein dubioser Assistent Adriano Di Vittorio, ein Spielerberater. Und Sportchef Bruno Galliker.

Einen neuen Sportchef wird es laut Stierli frühestens nächste Saison geben. Bald aber einen neuen Assistenztrainer. Und da scheint FCL-Ikone Petar Aleksandrov in der Pole Position. Der Assistenztrainer der bulgarischen Nati und Baden-Sportchef ist ein Vertrauter von Fringer und hatte ihn schon bei dessen Abenteuer in Griechenland bei PAOK Saloniki sekundiert.

Video: Begossene Pudel

Nach der bitteren 0:1-Niederlage in Neuenburg stellten sich die Luzern-Kicker in der heimischen Allmend den Fans.

Wie begossene Pudel gaben sie der Reihe nach Auskunft. Moderiert wird der Talk von FCL-Pressechef Stefan Bucher.
play Rolf Fringer soll Luzern aus der Krise führen. (Keystone)

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