Basels Coach Heiko Vogel (36) sucht nach dem 1:2 gegen Cluj nach Erklärungen. Einige davon sorgen für Kopfschütteln.
Am Tag nach der Hinspiel-Pleite ist Vogel nicht auf dem Trainingsplatz. Dort leitet sein Assistent Marco Walker eine intensive Einheit mit den Reservisten. Der Cheftrainer führt Einzelgespräche mit den Stars – und sucht nach Erklärungen, warum der FCB nach starken 60 Minuten das Spiel und die gute Ausgangslage völlig aus der Hand gab. Seine Ausreden nach dem Match sind zumindest teilweise fragwürdig.
Vogel: «Die afrikanische Hitze kam für uns zum falschen Zeitpunkt. Wir hatten in vier Wochen elf Spiele und ein enormes Pensum abgeliefert.»
Tatsächlich herrschten beim Anpfiff noch immer fast 30 Grad. Im St. Jakob-Park war es enorm schwül, und der FCB tat mehr fürs Spiel. Trotzdem muss man die Aussagen Vogels relativieren. Die Rumänen hatten die gleichen Temperaturen auszuhalten und ebenfalls ein strenges Programm (9 Spiele) – und dazu noch die Reisestrapazen in den Knochen. Vogel bleibt dabei: «Cluj hatte einen Tag mehr Regeneration.»
«Spricht für unsere Qualität»
Eine weitere Aussage des Deutschen: «Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben ein sehr, sehr gutes Spiel abgeliefert.» BLICK hakt nach, spricht den offensichtlichen totalen Einbruch nach dem Ausgleich (66.) an. Vogels Antwort: «Das sehe ich anders. Wir haben 90 Minuten versucht, ein Tor zu erzielen. Wenn man gegen einen so defensiven Gegner so viele Chancen bekommt, spricht das auch für unsere Qualität. Wir haben nicht das zurückbekommen, was wir investiert haben.»
Einige Fans schütteln bei der Pressekonferenz, die auf der Stadionleinwand übertragen wird, den Kopf. In den Internetforen kritisieren viele Vogels Zitate als Ausreden, einige bezichtigen ihn der Schönrederei.
Auch als BLICK den FCB-Coach gestern auf dem Handy erreichte, blieb er bei seiner Sichtweise. Allerdings relativiert Vogel einige Aussagen: «Wir haben 60 Minuten ein aussergewöhnliches Spiel abgeliefert und uns danach durch individuelle Fehler um den Lohn gebracht. Wir haben das Glück nicht auf unserer Seite gehabt.»
Und was ist mit der Hitze-Ausrede? «Das soll keine Entschuldigung sein, aber es kann eine Rolle gespielt haben. Ich versuche mir ja auch nur den Leistungsabfall einiger Spieler zu erklären. Auch wenn ich den nicht so krass gesehen habe.»
Interne Kritik ist schärfer
Bei der internen Kritik geht Heiko Vogel mit seinen Spielern schärfer ins Gericht. Dass er nach aussen seine Mannschaft schützt, ist sein gutes Recht. Aber der Meistertrainer muss aufpassen, dass er nicht plötzlich zum Meister der Ausreden wird.
| Platz | Mannschaft | SP | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Basel | 33 | 59:30 | 66 |
| 2 | GC | 33 | 41:30 | 60 |
| 3 | St. Gallen | 33 | 49:32 | 56 |
| 4 | Zürich | 33 | 54:42 | 49 |
| 5 | Sion | 33 | 36:49 | 45 |
| 6 | Thun | 33 | 41:42 | 44 |
| 7 | YB | 33 | 44:43 | 42 |
| 8 | Luzern | 33 | 35:46 | 36 |
| 9 | Lausanne | 33 | 25:47 | 27 |
| 10 | Servette | 33 | 28:51 | 26 |
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