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GC: Kein Geld geflossen!

Die GC-Verantwortlichen nahmen heute an einer Medienkonferenz Stellung zu den vermeintlichen Geldgebern. Fakt ist, dass der Millionen-Deal geplatzt ist und GC einen riesigen Imageschaden davonträgt.

Von Micha Zbinden | Aktualisiert um 20:39 | 10.06.2009
So liefen die Verhandlungen


Die 300 Millionen Franken sind bei GC wie erwartet nicht geflossen, der Mega-Deal ist geplatzt. GC-Präsident Roger Berbig betonte an der Medienkonferenz in Niederhasli zwar mehr im Witz, dass die Banken am Donnerstag erst um 16 Uhr schliessen, fügte aber an, «dass die Sache für uns abgeschlossen ist».

Berbig ist sich bewusst, dass der geplatzte Deal zu einem riesigen Imageschaden für die Grasshoppers geführt hat. Berbig: «Vereinzelte Sponsoren haben sogar abgeklärt, ob sie aus den laufenden Verträgen mit GC aussteigen können. Das ist dramatisch.»

Personelle Konsequenzen gibt es bei GC laut Roger Berbig aber keine.

Das sagt Erich Vogel

GC-Manager und Vizepräsident Erich Vogel erzählte im Campus in Niederhasli den Medien ausführlich seine Version der Geschichte, ging auf viele Details ein. «Zuerst tönte das Angebot wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht, und ich dachte an die versteckte Kamera. Aber ein Funken Hoffnung blieb», sagte Vogel.

Vogel verteidigte zuerst den dubiosen Volker Eckel – und damit natürlich auch sich selber. «Eckel hat nie gesagt, dass er über das Geld verfügt. Auch wenn er selber Schulden hat, ist es nicht unrealistisch, dass sein Halbbruder reich ist.» Später bezeichnete Vogel Eckel als schizophren.

Erich Vogel sprach von drei gravierenden Fehlern, welche die Grasshoppers gemacht haben.

1. «Wir haben nie gedacht, dass ein Partner von uns eine Geheimhaltungsklausel bricht.» (Bei Vertragsbruch kann die benachteiligte Partei eine Konventionalstrafe von zwei Millionen Euro einfordern.)

2. «Wenn der Deal seriös gewesen wäre, dann hätte sich die Klausel nicht als Rohrkrepierer erwiesen.» Und der BLICK hätte nicht darüber berichten können.

3. Vogel: «Wir hätten am Montag selber die Geheimhaltungsklausel brechen sollen.»

In seiner Verteidigungsrede versuchte Vogel, die Recherchen des BLICK zu kritisieren und vom eigentlichen Problem abzulenken. Dabei verstrickte er sich noch und noch in Widersprüche und lieferte weitere absurde Details.

Zum Beispiel: Man habe gewusst, dass Volker Eckel Pleite sei (was nicht stimmt, denn erst die Recherche des BLICK brachte diesen entscheidenden Fakt an die Öffentlichkeit), trotzdem habe er einen arabischen Halbbruder, der bereit sei, 300 Millionen in GC zu investieren. Wieso gibt der vermeintliche Halbbruder vorher nicht ein paar Franken dem mausarmen Eckel? Mehr noch: Er schickt ihn vor, um mit GC zu verhandeln.

Roger Berbig: «Es ist noch kein Geld geflossen. Aber die Banken haben ja noch bis 16 Uhr geöffnet.» (Keystone)
Roger Berbig: «Es ist noch kein Geld geflossen. Aber die Banken haben ja noch bis 16 Uhr geöffnet.» (Keystone)
Umfrage
Hat sich GC-Manager Erich Vogel beim wohl geplatzten 300-Millionen-Deal naiv verhalten?
Ja
83%
Nein
17%
«Haben nicht damit gerechnet, dass Eckel die Geheimhaltungsklausel bricht»
GC-Vize Vogel prangerte auch die Medienschaffenden an.
Roger Berbig war zu jedem Zeitpunkt über die Verhandlungen informiert.
Die kurzfristig anberaumte Pressekonferenz stiess auf grosses Interesse.
Wegen der Geheimhaltungsklausel konnte Erich Vogel nichts sagen. (zvg)
Volker Eckels Halbbruder aus dem arabischen Raum sollte das Geld bringen. Vogel (der Nahostkenner?) dazu: «Schwarzgeld würde es aber kaum sein, Drogen gibt es nicht und Prostitution nur wenig im arabischen Raum.» (zvg)
Erich Vogel: «Weil die Geheimhaltungsklausel nicht eingehalten wurde, muss die Gegenpartei eventuell bis zu 2 Millionen bezahlen.» Nur dumm, dass Volker Eckel kein Geld hat. (zvg)
Erich Vogel behauptet, von allem gewusst zu haben. «Als ich zum ersten Mal die Summe gehört hatte, zweifelte ich sofort!» Die Erhöhung des Angebots war höchst unseriös, unterschrieben hat Vogel aber trotzdem. (zvg)

Ihre Meinung

Was sagen Sie zum geplatzten GC-Deal? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Das sagen Blick.ch-Leser
Pete Storm, Blickingen - 12:55 | 01.05.2009
» Mich würde vor allem die Rolle des Blick interessieren, der von Eckert zugezogen resp. missbraucht wurde?!? Ist doch peinlich, sich auf so eine Story einzulassen...
Dani Gerber, Aarau - 12:40 | 01.05.2009
» Etwas gutes hat die Sache! Ich konnte seit Ewigkeiten nicht mehr so herzhaft lachen:-D Dieser Klub ist am Ende!
Beat Suter, Zürich - 12:17 | 01.05.2009
» GC schlittert immer mehr dem Abgrund entgegen. Zuerst präsentiert der Club ein unakzeptables Budget, danach den 300 Millionen Flop. Es standen doch immer namhafte Wirtschaftsvertreter hinter dem Club! Hat den Fussball nun auch die Bankenmalaise erfasst?
ZEHNDER DANIEL, ST. GALLEN - 11:57 | 01.05.2009
» Ha! In Zürich ist die Vogelgrippe ausgebrochen! Der Herr Vogel hats als erstes erwischt! Da lachen die Vögel von den Dächern wenn man das hört. 300 Mio. für GC! An einem kleinem Kind wenn es so eine Aussagen macht würde man ein an den Grind geh! Herr Vogel der 1.April ist schon gewehsen! Gruss
Roli Althaus, Bern - 10:55 | 01.05.2009
» Nun, jeder Stift oder Büezer wird Heut zu Tage bei kleineren Vergehen erst zusammen gestaucht und danach auf die Strasse gestellt. Also Herr Vogel? Wann Sie?
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