Marco Schneuwlys Erfolgsgeheimnis «Den Ball nicht richtig treffen»

Marco Schneuwly (31) ist Luzerns Mann der Stunde. Der Topskorer verrät, weshalb man im Sechzehner nicht studieren darf.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 BLICK im Camp St. Gallen bezwingt den KSC
2 Constantin erinnert sich an Ägypten-Legende El-Hadary «Er köpfte ein...
3 Wahl zum beliebtesten Spieler der Super League Für Nati-Legende...

Fussball

Raiffeisen Super League

Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 Basel 18 49:15 47
2 YB 18 42:24 35
3 Sion 18 38:31 29
4 Luzern 18 36:33 29
5 GC 18 26:32 22
6 St. Gallen 18 20:27 21
7 Lausanne 18 30:34 18
8 Lugano 18 23:35 18
9 Thun 18 23:34 16
10 Vaduz 18 21:43 16
teilen
teilen
0 shares
4 Kommentare
Fehler
Melden

Es gibt Momente im Leben eines Mittelstürmers in denen er selber nicht weiss, weshalb der Ball an den Pfosten und nicht ins Netz geht – und umgekehrt. Marco Schneuwly, bester Torschütze der Super League (9 Treffer), hat sein persönliches Erfolgsgeheimnis. «Egal ob es läuft oder nicht – du darfst nicht zu viel überlegen.»

Damit ist er bisher gut gefahren: Seit der Saison 2013/14 erzielt Schneuwly regelmässig mehr als 10 Tore. Letzte Saison waren es 16. Ein Jahr zuvor 17.

Er lässt sich auch dann nicht aus dem Konzept bringen, wenn es nicht läuft. Vier Wochen lang traf Schneuwly im Oktober nicht. «Was hätte ich ändern sollen? Mal ging der Ball an die Latte, mal an den Pfosten. Hauptsache, ich kam zu Chancen.» Schneuwly: «Wenn du den Pfosten triffst, dann hast du meistens zu 90 Prozent alles richtig gemacht.» Handkehrum sei es so, dass «auch mal einer reingeht, weil du den Ball falsch triffst».

Am vergangenen Sonntag beim glücklichen 3:2 in Lausanne, als Schneuwly zwei Tore erzielte, kam noch eine weitere Eigenschaft zum Vorschein. Schneuwly, der Regelexperte! Als Lausannes Kololli nach einem Zusammenprall hinter der Torlinie lag, ruderte Schneuwly wild mit den Armen, auf dass ihm Teamkollege Thiesson die Flanke auf den Kopf servieren möge. Für alle Beteiligten stand Schneuwly bei seinem anschliessenden Treffer meterweit im Offside. Doch Schlitzohr Schneuwly wusste: «Auch wenn ein Gegner hinter der Linie liegt, hebt er das Offside auf.» Schneuwly hatte beim Vortrag der Schiedsrichter vor der Saison gut aufgepasst: «Dort wurde diese Regel erwähnt. Ich habe sie mir gemerkt.»    

Als C-Junior hatte Schneuwly bei Fribourg zuerst linker Aussenverteidiger gespielt. Dass ein Goalgetter in ihm steckt, entdeckten die Trainer der Schweizer U15-Auswahl, gegen die Schneuwly bei einem Testspiel in Magglingen zweimal traf. «Von da an war ich Mittelstürmer im Verein und auch in der Junioren-Nati.»

Einer, der ebenfalls weiss, wo das Tor steht, ist Guillaume Hoarau (8 Spiele, 6 Treffer) von YB, gegen den Schneuwly am Sonntagnachmittag antritt. «Wenn Hoarau auf dem Platz steht, verändert dies das ganze Spiel von YB», sagt Schneuwly. Die Berner haben einen Lauf: 14:0 lautet ihr Torverhältnis aus den letzten drei Spielen. Schneuwly, der für YB in 154 Einsätzen ebenfalls 33 Treffer erzielt hat, weiss, «dass wir am Sonntag Tempo machen, sie unter Druck setzen müssen».

Ein wenig hofft er darauf, dass die Berner nach dem Auswärtsspiel gegen Nikosia vom Donnerstag «ein bisschen müde» sind. Und vielleicht auch darauf, dass ein missglückter Schuss den Weg ins Netz findet. 

Publiziert am 05.11.2016 | Aktualisiert am 05.11.2016

Neueste Videos

4 Kommentare
  • Lionell Werren der Klartexter  aus Basel 05.11.2016
    Diese verdammt Scheinheiligkeit gewisser YB-Fans ist ja unglaublich! Beim Foul an diesem Bernd habt ihr ein riesen Theater gemacht! Dabei kam Herr Xhaka noch von der Seite und hatte sogar noch den Ball. Dieser Mblablabu kam voll von hinten ohne Chance auf den Ball. Dieser Spieler hätte genauso oder noch schlimmer verletzt sein können. Und jetzt gibt es tatsächlich so scheinheilige YB-Fans die behaupten dies sei nicht so schimm gewesen und in England hätte man das nicht gepfiffen..
  • drafi  schweizer aus berg
    05.11.2016
    im Sechzehner nicht studieren ist ein alter Zopf, schon Gerd Müller prägte diesen Satz, wenn du Studierst ist der Ball weg, das wird ja auch so sein, denn all zu viel Zeit hat man ja nicht, das mit dem Ball nicht richtig treffen, das ist dann eben auch Zufall, ein guter Techniker trifft den Ball RICHTIG, so wie er will, und der weiss dann auch wohin der Ball fliegen soll, und in der Nati hätte Schneuwly überhaupt keine Zeit zum Studieren, in der Nati hat er nichts verloren, beim FCL hat er Zeit
    • Thomas  Kuhndt 05.11.2016
      Es gab schon vor Gerd Müller Stürmer, die davon abrieten, im Sechzehner nachzudenken. Wenn ich an die Lampen denke, die unser Nati-Coach regelmässig aufbietet, dann hätte M.Schneuwly zumindest mal eine Chance verdient. Ansonst ist die Aussage, er habe in der Nati nichts verloren schlichtweg absurd.
  • Bruno  Loeliger aus Füllinsdorf
    05.11.2016
    Wieso bekommt Marco keine Einladung für die Nati. Er schiesst Tore im Gegensatz zu den gesetzten (Top) Stürmer. Es wäre schön wenn wir nicht immer Zittern müssen gegen sogenannte kleine Gegner.